Web 2.0 und so...
Netaudio-Rückblick Teil 2
27.12.2008, 14:55, Text:
Moritz Sauer
Moritz "mo." Sauer gibt uns im zweiten Teil seiner Kolumne einen Überblick über die besten Netlabel-Releases 2008. Teil eins lest ihr hier.
2008 war ein Jahr voller Kooperationen. Während in Köln nach einem Vortrag während der Art 2.0 behutsam der Kölner Netlabel-Stammtisch aus der Taufe gehoben wurde, präsentierten die von Köln aus operierenden Netlabels eine erste Compilation: "Destination Cologne".
Weitere große Highlights der Kooperation und des Austausches erlebte man in Barcelona und London. Dort traf ich auch die quirligen Jungs von Netaudio Berlin, die derzeit fleißig an ihrem zweiten Festival schrauben. Und es gab natürlich noch mehr Musik aus allen Teilen der Welt.
Diese süße Melancholie

Folk-Acoustic-Pop | 2008 nahmen mehr und mehr Indie-Musiker das Internet und Creative Commons wahr. Nach der Fertigstellung der Songs legten die Künstler zunehmend die Instrumente aus der Hand. Und statt von einer CD-Veröffentlichung zu träumen, nutzten sie das Internet und verteilten ihre Musik kostenlos. So wie zum Beispiel Soto: Sprengsel von den Beach Boys treffen hier Simon & Garfunkel und gleiten elegant auf melancholischen Akkorden vom Heimstudio in unser Wohnzimmer. Die wohlfeine "Soto EP" gehört für mich zu einer der Entdeckungen, die ich ohne meinen Kollegen Sven Swift nie gemacht hätte. Wunderbare Musik und so süßlich schwer...
Italienischer Instrumental HipHop

HipHop | Ich glaube, wenn man etwas nicht so direkt mit Italien verbindet, dann wird das wohl instrumentaler HipHop sein. Umso größer und verblüffender gestaltete sich dann die Entdeckung der Apes On Tapes. Lagàr and Antani bauen crispe Beats, haarscharf geschnitten und intelligent rhythmisch sortiert. Wer Musiker wie Flying Lotus, Prefuse 73 oder Dabrye desöfteren genießt, der nimmt das Surfbrett und besucht schnell mal Norditalien. Dort schnappt man sich am besten das groovige Album "You Open" auf Homework Records. Musik wie eine Pizza Quattro Stazione, von allem etwas: Electronica, Hip Hop und..., ach, hört selbst!
Drums, Basslines und Grooves

Drum'n'Bass | Als Drum'n'Bass-Liebhaber hatte ich auch 2008 kaum etwas zu lachen. Ein einziges, dafür aber ordentliches Release schaffte den Sprung in meinen MP3-Player. Ansonsten blieb es an der Front Herzschlag-schneller Beats plus satter Basslines sehr leise, was für diese Art von Musik wirklich vollkommen untypisch ist. Umso entzückter war dann die Entdeckung der Compilation "Rare Grooves Vol. 1" auf Zardonic Recordings. Neben harten Tracks, genieße ich auch heute noch vorwiegend die experimentelleren und groovigeren Tracks. Besonders angetan haben es mir dabei "Float" von Soul Delay und "Walking Home" von Soulie und der Photek-inspirierte Track "Deadwoods" von Ibunshi. Der schwingt elegant und kühl die Snares wie ein Samurai-Kämpfer.
Moritz "mo." Sauer ist Musikliebhaber und Internet-Addict mit Herz und Seele. Als freier Journalist und Buchautor betreut der Kölner sein eigenes Netzkultur-MP3-Magazin Phlow. Für intro.de berichtet mo. regelmäßig über neue Web-Trends. Die gesammelten Kolumnen von mo. findet ihr unter
.: www.intro.de/spezial/webkolumne :.
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