Web 2.0 und so...

Goodbye Privacy!

16.06.2007, 10:00, Text: Moritz Sauer
[2 Kommentare]

Früher war alles besser. Da gab es noch Privatsphäre! Da wurde höchstens über den Schrebergartenzaun geschielt. Heute aber filmen uns allenorts Überwachungskameras. Und überall, ob auf der Party oder im öffentlichen Raum knipsen wildfremde Menschen alles und jeden und laden es anschließend für die Welt ins Netz. Geht einfach und kostet nix. Schadet aber!

Ich bin ja kein Fan von Schwarz/Weiss-Nachrichten. Auch mag ich es nicht, wenn ich mich selbst bei so einer Idee ertappe, deren Tenor unterschwellig lautet: \\\\"Damals-war-alles-besser.\\\\" Das klingt dann so unglaublich oldskool und macht einen selbst so alt. Trotzdem stelle ich mir zunehmend die Frage nach der eigenen bzw. unser aller Privatsphäre und ihrer immer kleiner werdenden Räume. Diese Privatsphäre war damals schöner, weil geschützter. Aber als Mensch mit einem Hang zur Technik, der durch seine Neugierde und seinen inneren Spieltrieb angetrieben wird, muss ich ehrlich konstatieren: Entwicklungen in der Technik lassen sich in der Regel nicht mehr zurückdrehen. Spätestens ein paar Monate oder Jahre später hätte ein anderer Techniker, Wissenschaftler oder Forscher diese Entwicklung auf den Weg gebracht.


Losgelassene Entwicklungen bekommen meist von alleine Beine und wenn Menschen sich für die jeweilige Technik interessieren, so lernen diese neuen Möglichkeiten ganz schnell laufen und verbreiten sich rasend. Wie Technik unsere Gesellschaft verändert und dass sie neue Maßstäbe setzt, sehen wir in erster Linie am Medium Internet. Das Internet schluckt immer mehr die Kommunikation zwischen den Menschen und katapultiert Informationen wie Bilder, Videos und Texte in Sekundenbruchteilen durch die Gegend. Einmal ins Web losgelassene Informationen lassen sich niemals mehr löschen - davon sollte man ausgehen.

Nicht nur die Musik- und Filmindustrie erschüttert die digitale Distributionsplattform Internet. Zunehmend realisieren einzelne Menschen und kleine Gruppen dass das Web besser, stärker und schrecklicher als jede Big Brother-Überwachung sein kann. Neue Algorithmen wie die Gesichtsanalyse und Gesichtsvermessung ermöglichen das Durchsuchen von Bildern. Einen ersten Geschmack bieten Video-Portale wie YouTube. Die Startbilder zieren nicht per Zufall meist menschliche Gesichter. Programmierte Formeln analysieren jeden Clip und suchen anhand dieser ein geeignetes Startbild. Spielerische Anwendung und Beweis für solche Algorithmen ist unter anderem das Mash-Up retrievr. Während man mit der Maus einfach in ein Feld malt, durchsucht das Programm anhand der farbigen Formen und Striche die Foto-Community flickr und zeigt anschließend verwandte Bilder an.

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  • Stereo Typ 16.06.2007 | 15:49:55

    Dazu passt ja auch super der Link zum Festivalguide-Fragebogen:
    auf derselben Seite. Ausfüllen und gewinnen!