
Web 2.0 und so...
Freie Kultur, freie Musik
03.03.2007, 16:00, Text:
Moritz Sauer
Das Internet bietet heute das beste Feuchtbiotop für kulturelle Experimente. Schließlich sind jedwede Güter – sofern sie digitalisierbar sind – durch das Web überall, jederzeit und in unendlichen verlustlosen Kopien erhältlich. Das bedeutet mehr Demokratie, mehr Kultur, veraltete Copyright-Gesetze und verlangt nach Neuordnung.
Preiswerter Webspace, Filesharing-Protokolle wie BitTorrent und Tauschbörsen haben den Weg in eine Kultur geöffnet, in welcher man nach freier Laune stöbern, entdecken und forschen kann, um z.B. neue Musik zu finden. Diese Entwicklung ist nicht mehr rückgängig zu machen – wollen wir auch nicht.
Denn diese neuen Möglichkeiten bieten ein Mehr an Demokratie – siehe z.B. Arctic Monkeys, My Chemical Romance, Birdmonster oder Jim Noir. Schließlich lassen sich Inhalte nicht nur saugen, sondern unkompliziert über die gleichen Kanäle unters Volk bringen. Das Verteilen von freier Musik haben sich in den letzten Jahren neben oftmals illegalen MP3-Blogs zahlreiche Netlabels auf die Fahne geschrieben. Dazu gehören Netlabels wie Jahtari.org, Monotonik, Stadtgruen oder Epsilonlab, um nur ein paar zu nennen. Ihr Schlagwort lautet simpel: Aufmerksamkeitsökonomie.
Das Internet sehen diese Betreiber als eine Chance für mehr Beachtung. Angetrieben durch den Jura-Professor Lawrence Lessig haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Netlabels dazu entschlossen, ihre Musik unter einer Creative Commons-Lizenz zu veröffentlichen. Beliebt ist besonders die Lizenz, die das Weiterkopieren der Musik erlaubt. Gemeinsam mit der Lizenz erteilen Musiker und Labels, dass Recht: Du darfst kopieren, bitteschön!
Logisch, dass Lawrence Lessig selbst da mit bestem Beispiel voranmarschierte und sein Buch 'Free Culture' unter einer CC-Lizenz veröffentlichte. Das gibt es übrigens auch in einer deutschen PDF-Ausgabe mit dem Titel 'Freie Kultur – Wesen und Zukunft der Kreativität'.
Dass sich die Idee des Copyrights ändert und ändern muss, weiss auch Markus Beckedahl. Aufopferungsvoll betreibt der Freigeist sein Weblog Netzpolitik.org und bietet ein einzigartiges Informationsportal mit Nachrichten, Aktionen und Diskussionen zum Thema. Neben zahlreichen Textbeiträgen bietet Markus Beckedahl obendrein zahlreiche Podcasts, Videocasts und weitere Quellen zum Thema. Derzeit plant und veranstaltet der quirlige Wahlberliner gemeinsam mit Johnny \\\\\\\\\"Spreeblick\\\\\\\\\" Häusler die re:publica-Konferenz. Dieses widmet sich den derzeit heissdiskutierten Themen \\\\\\\\\"Web 2.0?\\\\\\\\\", \\\\\\\\\"Open Source\\\\\\\\\" und \\\\\\\\\"Social Media\\\\\\\\\".
Moritz \\\\\\\\\"mo.\\\\\\\\\" Sauer ist Musikliebhaber und Internet-Addict mit Herz und Seele. Als freier Journalist und Buchautor betreut der Kölner sein eigenes Netzkultur-MP3-Magazin Phlow. Für Intro berichtet mo. regelmäßig über neue Web-Trends.
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