Neue Sequenzer: Live 8
Tracks im Glück
07.05.2009, 17:00, Text:
Azhar Syed
Fast zeitgleich erscheinen dieser Tage die zum Teil massiv überarbeiteten Neuversionen der Musikproduktionsallrounder Cubase und Live. Azhar Syed (Live 8) und Jakob Schramma (Cubase 5) tauchten für Intro ein in die neuen Möglichkeiten digitaler Musikproduktion und kamen begeistert wieder zum Vorschein.
Ableton Live 8
Ableton Live hat sich in der mittlerweile achten Generation als waschechte Institution etabliert, schließlich wurden sowohl eigenbrötlerische Klangbastler als auch live auftretende Rampensäue stets gleichermaßen bedient. So erscheint dieser Tage eine Neuauflage des Sequenzers in zwei Varianten, die sich hinsichtlich Content und Plug-ins unterscheiden.
Zwar hat die Konkurrenz gerade für den Live-Einsatz keine annähernd vergleichbare Anwendung im Angebot, jedoch hat man sich klugerweise nicht darauf ausgeruht, sondern dem jüngsten Sprössling einige neue Features mit in die Wiege gelegt. Die neue Groove Engine dürfte beispielsweise nicht weniger als eine kleine Revolution in der Sequenzer-Welt darstellen. Diese ermittelt aus vorgegebenem Material - hierbei ist irrelevant, ob MIDI oder Audio, Einzelinstrument oder polyphones Lied - ein Groove-Muster, das abgespeichert und auf anderes Material angewendet werden kann. Optional steht aber auch eine mitgelieferte Groove-Bibliothek zur freien Verfügung. Mit diesem Tool wird also tatsächlich die Echtzeitmanipulation jeglichen Klangmaterials zum Kinderspiel. Denn ob als subtiles Stilelement oder als angestrebte Emulation echter Musiker jenseits der sterilen Genauigkeit eines Drum-Patterns - der Fantasie sind ausschließlich Rechen-Grenzen gesetzt.
Die Warping-Funktion für Audiomaterial wurde zudem erstmals gründlich umgekrempelt und stellt für Veteranen zwar eine kleine Umstellung dar, ist nun aber im Endeffekt schlüssiger und intuitiver zu bedienen. Weiterhin dürfte die endlich zu Ende gedachte Looper-Funktion bei Solokünstlern recht gut ankommen, schließlich mutiert so der eigene Rechner (bei vorhandenem MIDI-Fußschalter) zu einem mehr als adäquaten Ersatz für teure Hardwarelösungen. Kreative Jam-Sessions zum Mitschneiden oder Layern von Ideen sind bei unabkömmlichen Mitmusikern somit kein Hindernis mehr. Wie gewohnt haben es neue Effekte ebenfalls mit an Bord geschafft, ob Vocoder oder schlichter Overdrive: Alle fünf Neuzugänge können sich ohne Weiteres mit wesentlich kostspieligeren Plug-ins messen. Was bleibt letztendlich zu sagen? Ableton macht seinem Ruf wieder einmal alle Ehre und hat ein hervorragendes Stück Software abgeliefert, das sowohl Alteingesessene als auch Neueinsteiger gleichermaßen fesseln dürfte. Immerhin ist es intuitiv zu bedienen und dennoch äußerst komplex in seinen Möglichkeiten.
Live 8 für PC und Mac (Ableton; ca. EUR 450, Update-Preise unterschiedlich)
Wir verlosen sowohl Live 8 als auch Cubase 5 auf unseren "Für dich"-Seiten!
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