Live 7

Sequenzer von Ableton

25.01.2008, 16:07, Text: Nils Wiere

Im November ist Version 7 von Abletons innovativer Sequenzer- & Live-Performance-Lösung Live erschienen. Nils Wiere sprach mit Robert Henke, der nicht nur eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Software einnimmt, sondern mit Monolake ebenso deren Potenzial unter Beweis stellt.

Kannst du ein paar Sätze zu deinen Aufgaben bei Ableton sagen?
Ich bin Teil der Specification Group. Bevor auch nur eine Zeile Code geschrieben ist, haben wir im besten Fall bereits das Verhalten eines neuen Features auf Papier durchdacht. Dort bin ich hauptsächlich mit dem Thema Instrumente, Effekte und Interface-Design beschäftigt.

Und als kritischer Power-User bin ich so etwas wie der größte anzunehmende Nörgler in der Firma. Ein Teil der Qualität der Software ist sicher auch das Resultat dieser kritischen Betrachtung.

Was unterscheidet Live von anderen Musikproduktionstools?
Der Fokus klassischer Audiosoftware liegt auf dem Studiobereich. Professionalität wird dort eher mit der Bereitstellung jedes erdenklichen Werkzeuges gleichgesetzt, was die Anwendung solcher Programme naturgemäß kompliziert macht. Unser Ansatz ist es, Software für Musiker zu machen - und die soll vor allem schnell und einfach zu bedienen sein, damit spontanes Umsetzen von Ideen möglich ist. Viele Features von Live bieten sich geradezu für die Live-Performance an, aber grundsätzlich gilt: Was auf der Bühne gut ist, kann auch im Studio nicht schaden. Schnell und angenehm arbeiten will jeder.

Inwiefern hat Live deine Herangehensweise beim Songwriting verändert?

Früher war mein Studio eine große Sammlung von Hardware. Ich konnte nur an einem Stück zur gleichen Zeit arbeiten, und wenn ich mich einmal verrannt hatte, war alles für die Katz. Heute ist mein Studio ein Laptop mit Live, und ich kann jederzeit Skizzen machen und speichern. Die alte Arbeitsweise erzeugte einen schönen Flow, aber oft zu wenig Änderung innerhalb eines Stückes. Die Arbeit mit Live ermöglicht viel mehr Komplexität.

Wo siehst du Innovationsbedarf im Bereich digitaler Musikproduktion & Live-Performance?
Die Bedienung von Software und Computern wird intuitiver werden. Es muss irgendwann mal keinen mehr interessieren, ob ein File auf diesem oder jenem Rechner liegt oder welche Latenz eine Soundkarte hat. Es wird einfach so laufen, wie man es erwartet.


Neu bei Live 7:
optimierte Audio-Engine, Beat-Production-Tool \\"Drum Rack\\", neues Vintage-Kompressor-Modell, Spektralanalyse-Tool \\"Spectrum\\", neue MIDI-Engine, nahtlose Integration externer Hardware u. v. m.

Live 7 (Ableton, ca. EUR 500)



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aus Intro #157 (Februar 2008)
 
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