Dan Armstrong ADA6

Plexiglasgitarre

[Ampeg / ca. EUR 1590]

18.06.2007, 06:00, Text: Mick Schulz

Was ist: Zuerst einmal ein absoluter Blickfang - eine Gitarre zum Durchgucken! In verschiedenen Versionen gibt es die Ampeg ADA seit den späten Sechzigern, sogar Keith Richards hat sie damals gespielt. Also eine kleine Legende. Heute kann man sie bei Dave Grohl und Josh Homme bestaunen.

Handling: Zunächst ist die ADA6 schwer, kein Monstrum, wie man bei dem Material vielleicht erwartet hätte, aber doch gewichtig. Immerhin ist jenes aber gut verteilt, sie hängt komfortabel im Gleichgewicht und wartet darauf, gespielt zu werden. Für den Bastler ist sie ein Traum, denn man kann ganz ohne Schraubenzieher den Pick-up wechseln und muss dafür noch nicht einmal die Saiten lockern. Im Augenblick gibt es zwei Pick-ups, einen Single Coil und einen Humbucker, die sechs unterschiedlichen, die zu der ersten Version gebaut wurden, passen leider nicht mehr. Der Single Coil \\"Rock Treble\\" wartet mit einem angenehm mittigen bis höhenlastigen Sound auf, der entfernt an einen P-90 erinnert, der Humbucker \\"Sustain Treble\\" gibt dem ganzen Ensemble noch mal eine Ecke mehr Rock und klingt nach Telecaster. Die Elektronik beeinflusst den Sound zwar eher peripher, aber dafür kann man ja die Pick-ups tauschen. Mit beiden schlägt sich die ADA6 tapfer in den Kategorien Powerchord und Riff, gern auch verzerrt (für Inspirationen einfach bei Josh Homme nachhören). Trotz ihres 24 Bünde langen Halses ist sie nicht unbedingt eine Solistengitarre, was wohl an den niedrigen Bünden liegt, die ihre Bespielbarkeit vergleichsweise schwierig macht.


Was bleibt: Eine geil aussehende Axt, die vor allem als Rhythmusgitarre prima funktioniert. Allerdings sollte man sie über einen Röhrenverstärker spielen, um ein bisschen organischen Sound zu bekommen. Da sie keinen Holzkorpus hat, klingt die ADA6 nämlich, verglichen mit anderen Gitarren, ziemlich frostig. Für Leute, die gern Aufkleber auf die Gitarre machen, ist sie natürlich eher ungeeignet, aber eventuell lassen sich mit Fensterfarben tolle Effekte erzielen. Übrigens sollte man mit der Gürtelschnalle achtgeben, denn Plexiglas ist ziemlich anfällig gegen Kratzer. Und stumpf gekratzt macht die Gitarre nicht mehr viel her.

Glanzlicht: Hinter der Gitarre das großformatig bedruckte Minnie-Maus-T-Shirt tragen und sich daran freuen, dass man es ganz sehen kann.



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aus Intro #151 (Juli 2007)
 
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