Gigajuke NAS-50HDE

Hi-Fi-System 2.0

[Sony / ca. EUR 700]

18.06.2007, 06:00, Text: Jakob Schramma

Was ist: Die Profis nennen es \\"Änderung des Mediennutzungsverhaltens\\", die klassische Musikindustrie rund um den physischen Tonträger schlicht ihren \\"Sargnagel\\". Tatsache ist: Seit das Fraunhofer Institut in den 90ern das MP3 über uns abwarf, ist die Musikwelt bekanntlich nicht mal mehr ansatzweise die gleiche. Logisch, dass diese Entwicklung schon seit Längerem auch Auswirkungen auf klassische Musikabspielstationen haben muss und hat. Denn zu Hause konkurriert das klassische Hi-Fi-System schon längst auch mit dem PC, DVD-Player, iPod oder WLAN-Radio. Sony reagiert nun mit Gigajuke auf diese Entwicklung und macht im Prinzip das einzig Richtige - einen ernst zu nehmenden Versuch, all die verschiedenen Bedürfnisse in einem Gerät zu vereinen.

Handling: Gigajuke verfügt über eine 80-GB-Festplatte und kann darauf in 16-facher Geschwindigkeit CDs rippen. Die erzeugten Festplatten-Alben können danach leicht und übersichtlich (dank des farbigen 4,3-Zoll-Frontdisplays) geordnet werden. Analog zu iTunes und anderen Programmen ist es Gigajuke auch möglich, Tracklisten bequem zu generieren, zu sortieren und in ihnen zu suchen. Durch die Zusammenarbeit mit dem berühmten Internet-CD-Datendienst Gracenote wird bei jeder eingelegten CD sofort auf interne Daten oder das Internet zurückgegriffen, um Tracknamen oder gar Cover anzeigen zu können. Internet? Genau: Gigajuke geht via LAN-Anschluss online. Aber nicht nur das: Dank zweier USB-Anschlüsse werden auch externe Gerätschaften wie Festplatten, Handys oder MP3-Player zu möglichen Abspielquellen für Gigajuke beziehungsweise Notnagel, sollten die internen 80 GB mal knapp werden. Auch verrückt: Aus Gigajukes eingebautem Zwei-Band-Radiotuner kann auch direkt auf die interne Festplatte aufgezeichnet werden. Die Moderation wird dabei automatisch abgeschnitten.


Was bleibt: Ein konsequentes und durchdachtes Gerät, das neue Freiheiten bietet. Dass externe Quellen wie Plattenspieler (der dann auch noch einen Vorverstärker bräuchte) oder Tapedeck um einen einzigen Cinch-Eingang kämpfen müssen, ist allerdings seltsam. Aber irgendwie passt dieser Schritt auch zum Geist von Gigajuke, vor allem nach vorne schauen zu wollen.

Glanzlicht: Die Anlage klingt gut. So banal sich dieser Satz anhört - wäre er nicht wahr, wären all die Zeilen müßig, all die oben genannten Audio-Konzepte nichtig.



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aus Intro #151 (Juli 2007)
 
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