Copperphone

Mikrofon

[placidaudio.com / ca. USD 250]

23.04.2007, 06:00, Text: Klaas Tigchelaar

Anwendungsbereich: Passives dynamisches Mikrofon
Was ist: Mark Pirro ist nicht nur Bassist des vielköpfigen Ensembles The Polyphonic Spree, Filmemacher und Studio-Engineer, sondern auch begeisterter Elektronik-Tüftler. So baut er schon seit einiger Zeit aus Kupferrohren und Bauteilen, die er etwas ominös mit “communication equipment” zusammenfasst, ziemlich einzigartig aussehende Mikrofone. In Handarbeit gefertigt, verkauft er sie persönlich über die Webseite placidaudio.com. Das Copperphone gibt durch die verwendeten Bauteile ein recht eigentümliches Klangbild ab, klingt wie 3000 Kilometer entfernt durch ein altmodisches Wählscheibentelefon aufgenommen.


Handling: Ziemlich einfach – XLR-Kabel anschließen, mit dem Mischpult verbinden und loslegen. Höhen und Bässe werden vom Copperphone nahezu ignoriert, nur die Mitten kommen durch, was den Nutzen im ersten Moment auf die Bereiche beschränkt, in denen kaputte Lo-Fi-Sounds erwünscht sind oder man einen kompletten Mix noch mal mit dem Copperphone aufnimmt, um ihm den nasalen Klang alter Schellackschallplatten zu verleihen. Doch bei Orgeln oder Bläsern beispielsweise kann genau dieser abgebildete Mittenbereich sehr angenehm klingen und das Instrument im Mix nach vorne holen, gerade wenn besonders viele Aufnahmespuren im Spiel sind. Sessions mit akustischen Instrumenten und viel Raumklang gewinnen an Intimität und Originalität. Auch in Kombination mit anderen Mikrofonen lässt sich das Copperphone als Quasi-Equalizer einsetzen, das Mic fördert den Forscherdrang und ermutigt zu Experimenten, um neue Sounds zu kreieren.
Was bleibt: Die Gefahr, als Besitzer eines Copperphone-Mikrofons für einen Bombenbastler gehalten zu werden. Das ist The Polyphonic Spree schon passiert, als das Mikro im Gepäck von Perkussionist Brian Teasley auf dem Dallas / Fort Worth International Airport Alarm auslöste und zur Evakuierung des Flughafens führte. Erst der Mitschnitt einer Fernsehshow, bei der PS auftraten und das Copperphone im Bild zu sehen war, konnte die Behörden davon überzeugen, dass Teasley kein Terrorist, sondern Musiker ist.
Glanzlicht: Auf jeden Fall die einzigartige Optik, macht sich als Blickfang auch gut in jedem Musikvideo. Außerdem kann man mit dem extrem stabilen Gehäuse auch Nägel in die Wand kloppen, wenn gerade kein Hammer zur Hand ist.



Artikel kommentieren
aus Intro #149 (Mai 2007)
 
  • Mehr Infos

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 

Spalter: Platte und Film des Monats

Spalter: Platte und Film des Monats

Das Intro-Streitgespräch: Jeden Monat eine neue Platte, ein neuer Film und unterschiedliche Meinungen. [...mehr]

 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]