
Sequel
Steinberg
[www.sequel-music.net / ca. EUR 99]
23.04.2007, 06:00, Text:
Bodo Scheup
Anwendungsbereich: Software-Sequencer und mehr
Was ist: Redesignen zu lernen heißt, von Ableton zu lernen. Deren Dauerbrenner Live hat sich nicht nur als absoluter Standard in Sachen Live-Performance etabliert, sondern wird auch als Sequencer im Studio immer mehr geschätzt. Klassische Produktionsplattformen wie Cubase von der Firma Steinberg lassen sich daher auch zunehmend von Ableton inspirieren. Bestes Beispiel dafür ist Steinbergs neu lancierte Sequencer-Umgebung Sequel. Die wirkt wie eine deutlich abgespeckte, dafür schick durchdesignte Neuversion von Cubase und hat sich eben von Ableton einige Impulse geben lassen. Alles ist übersichtlich in einem Fenster angeordnet, auf schnelle Editiermöglichkeiten von Audiomaterial und Live-Kompatibilität wurde besonderer Wert gelegt.
Handling: Der erklärte Anreiz für EinsteigerInnen bzw. Leute, die einfach ein bisschen an Musik rumspielen wollen, ist bei Sequel vor allem durch Tausende von Loops aus verschiedenen Genres gegeben sowie durch z. B. über 60 verfügbare Drum-Kits. Da kann sofort mit rumgefummelt werden, ohne selbst erst mühsam aus dem kreativen Quark kommen zu müssen. (Und das erklärt nebenbei auch die benötigten 6 GB Speicherplatz auf der Platte – ist ja nicht ohne.) Wer Cubase gewohnt ist, wird mit Sequel absolut keine Probleme haben. Wirkliche EinsteigerInnen müssen sich bei aller Übersichtlichkeit vermutlich doch erst mal orientieren, wenn es um mehr gehen soll, als ein paar Loops durcheinander zu mischen. Sequel lädt dazu definitiv ein, denn es ist vollgepackt mit Features und als umfassende und vielfältig nutzbare Produktionplattform eben auch recht komplex. Der Clou sind die sogenannten “Live Pads”, mit denen sich beliebig zuordenbare Abschnitte aus einem Song sehr intuitiv ansteuern lassen. Neuarrangements, Remixe oder eben das Live-Spielen werden damit zum Vergnügen.
Was bleibt: Musikmachen als Computerspiel – und je nach Belieben auch viel mehr. Sequel wird seine Wirkung als Einstiegsdroge vermutlich nicht verfehlen. Und nebenbei gibt die Software für Steinberg auch noch ein ideales Testfeld für mögliche neue Cubase-Features ab.
Glanzlicht: Die automatische Erkennung von Tempo und Tonart. So kann beim wilden Kombinieren der mitgelieferten Loops nie etwas schiefgehen. Außerdem kann sich dieser Sequencer zu einem Preis von unter 100 Euro wirklich sehen lassen.
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