
Windows Vista
Betriebssystem
28.02.2007, 17:04, Text:
Gregor Wildermann
Anwendungsbereich: Betriebssystem
Was ist: Wie sähe ein Auto oder Kleidung aus, die man für mehr als 900 Millionen Menschen entwirft? Bei dieser Frage darf einem schon mal schwindlig werden. Und dass ein Großkonzern wie Microsoft seit der Einführung von “Windows XP” fünf Jahre Entwicklungszeit für ein neues Betriebssystem brauchte, kann bei obiger Zahl verständlich erscheinen. Wenn Microsoft selbst dann auch noch von 1300 “Points of Frustrations” bei älteren Windowsversionen spricht, mag man ahnen, wie groß der Handlungsbedarf war.
Handling: Abseits optischer Neuerungen treten neue funktionale Features auf: die “Sidebar”, die direkten “RSS-Feeds” auf dem Desktop und eine neue Suchfunktion, die den eingetippten Begriff auch in Dokumenten oder Mails ausfindig macht. Ebenfalls komplett überarbeitet wurden alle Multimedia-Anwendungen wie Fotoalbum oder das Brennprogramm für CDs und DVDs. Statt eines offenen Scheunentors wird Sicherheit bei den Mails durch eine interne Firewall deutlich angehoben. Wer nun selbst überlegt, ob der eigene Rechner das neue “Vista” verträgt, sollte im Internet erst das “Vista Upgrade Advisor Program” laden und darüber prüfen, ob der eigene Rechner die Anforderungen von 512 MB freiem Arbeitsspeicher, 15 Gigabyte freiem Festplattenplatz und einem Minimum von 800 Megahertz beim Prozessor erfüllt.
Was bleibt: Microsoft rechnet selbst vor, dass nur rund ein Fünftel aller Rechner weltweit überhaupt für “Vista” fit sind, allein wegen fehlender Treiber für allerlei ältere Hardware spart man sich großen Ärger, wenn man gleich einen neuen Computer mit vorinstalliertem “Vista” kauft. Verwirrend ist leider die Versionenvielfalt: So fehlt bei der billigsten “Home-Edition” (rund 130 Euro) die Aero-Oberfläche, die erst in der Edition “Home Premium” (230 Euro) enthalten ist. Den vollen Leistungsumfang enthält sogar nur die leicht großspurig betitelte “Ultimate-Edition” (330 bis 440 Euro). Dennoch: Bei einem Marktanteil von 95 Prozent bleibt Microsoft der Platzhirsch, und lediglich Apples Betriebssystem OS X bietet sich da als beste Alternative an. Dabei war “Tiger” wohl auch für “Vista” die Messlatte, und es kann zum Beispiel kein Zufall sein, dass aus den Minidesktop-Programmen “Widgets” bei Windows jetzt die “Gadgets” wurden.
Glanzlicht: Wenn im “Aero Visual Interface” mehrere Fenster dreidimensional gestaffelt aufklappen, hat man wirklich das Gefühl, einen Schritt vorwärts gemacht zu haben. Übersichtlichkeit und Design müssen sich eben nicht ausschließen.
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