Zoom H4

Sound-Service

[ca. EUR 360]

28.02.2007, 16:59, Text: Felix Scharlau

Anwendungsbereich: Digitales Aufnahmegerät
Was ist
: ... das? Fragten sich auch die Kollegen, als Zooms H4 per Post in der Redaktion landete. Die Tipps reichten von Rasierer und Organizer bis hin zu Elektroschockgerät der Zukunft. Die Antwort ist weitaus banaler, denn bösartig formuliert könnte man sagen: H4 ist ein digitales Diktiergerät. Nach dem Test muss man allerdings anerkennen: vielleicht das beeindruckendste, das es je gab.
Handling: Das H4 verwendet SD-Karten als Speichermedium, die ihren Inhalt hinterher per Kartenleser oder ganz klassisch per USB dem Computer preisgeben. Äußerst selbsterklärend und übersichtlich auf dem Gerät selbst kommen die verschiedenen Aufnahmemodi zum Tragen. Denn für jede Qualität – niedrige MP3- oder hochwertige Wav-Aufnahme (bis zu 96 kHz!) – gibt es einen eigenen Knopf auf der Oberseite. Danach nur noch “Record” drücken, pegeln, und los geht’s. Auch spontanen Aufnahmen steht so nichts im Wege. Das H4 besitzt zwei äußerst zufrieden stellende Mikrofone, die in X/Y-Ausrichtung an der Oberseite des Geräts angebracht sind. An der Unterseite befinden sich zudem zwei XLR-Eingänge (inklusive Phantomspeisung) für externe Mikrofone – und die kann man brauchen, immerhin kann H4 auch im Vierspurverfahren betrieben werden. Die Detail-Menüsteuerung wird via Display und Jog-Dial-Rad an der rechten Seite abgewickelt. Hier lassen sich andere Bitraten einstellen, Spuren editieren und (für reisende Musiker äußerst praktisch) sogar ein Metronom anwählen. Betrieben wird H4 durch zwei handelsübliche AA-Batterien, die eine Akkuleistung von circa vier Stunden versprechen und in unserem Härtetest auch hielten. Hervorzuheben sind auch das äußerst geringe Gewicht des Geräts und seine Fähigkeit, bei Wunsch auch als Card-Reader/Writer und USB-Audio-Interface zu dienen.
Was bleibt
: Ein fantastisches Gerät für unterschiedlichste Anwendungen. Mit Hilfe der zusätzlichen Mikrofone lassen sich Proberaumskizzen, Interview-Roundtables oder professionelle Konzertaufnahmen anfertigen. Aber auch im regulären Stereo-Modus suchen Anwendungsmöglichkeiten und Aufnahmequalität ihresgleichen: kaum Grundrauschen, wunderschönes Stereo-Abbild, beeindruckende Klangfarbe bei Sprachaufnahmen. Da werden Radioreportagen, Spontan-Hörspielen und Musique-concrète-Experimenten Tür und Tor geöffnet. Minimale Schwachpunkte des Geräts: zu kleines Display, etwas zu langsame Transferrate via USB.
Glanzlicht
: Der Sound ist der Star – so gut klang Minidisc nie. Und wer seinem analogen Uher-Gerät von einst hinterhertrauert: Auch da leistet das H4 aktive Trauerarbeit. Es wiegt nur so viel wie ein Walkman – und nicht wie ein Kasten Sprudel.






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aus Intro #147 (März 2007)
 
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