Cubase 4

Sequenzer-Software

[Steinberg / ca. EUR 879]

29.01.2007, 06:00, Text: Peter Wolff

Anwendungsbereich: Software-Sequenzer

Was ist: Cubase ist so ziemlich die am weitesten verbreitete Sequencing-Software überhaupt. Dachte man noch vor wenigen Jahren, dass Logic einen adäquaten Rivalen abgeben könnte, wurde spätestens durch die Übernahme von Emagic durch Apple das Gegenteil besiegelt. Logic also: Mac only. Und Steinberg nach wie vor: das Cross-Plattform-Urgestein. Durch den Start des grundlegend erneuerten Cubase SX vollzog Cubase einen äußerst wichtigen Wandel in Richtung Benutzer- und Produktionsfreundlichkeit. Da waren plötzlich Features, die neben den traditionellen Sequencer-Eigenschaften auch an Ableton Live erinnerten und die Software auch für die DJ-Fraktion interessant machten.

Handling: Cubase war schon immer eine intuitiv funktionierende Software. So ist das Prozedere von Installation bis hin zum Öffnen eines neuen Projekts spielend einfach. Einzig das veraltete Dongle-Prinzip sollte man mal überdenken. Die Konkurrenzschmieden wie Ableton oder Native Instruments haben schon sehr viel besser funktionierende onlinebasierte Alternativen umgesetzt. Steinberg hält also am Dongle fest, wirft aber interessante neue Features in das Cubase-4-Konzept. Besonders herausstechend ist die Erweiterung des Mixers um einen “Control Room”. Mit dem zusätzlichen Mixer-Panel lassen sich Audiosignale von bis zu sechs verschiedenen Audioquellen routen, für die nun auch direkte Inputs zur Verfügung stehen. Außerdem wurde die Umgebung durch einen Talkback-Kanal und einen Kopfhörer-Bus erweitert, was vor allem im Studio interessant ist, wenn man beispielsweise separate Kopfhörermixe anfertigen will. Andere neue Features sind u. a. das PlugIn-Set VST3 mit neuem Equalizer, einem Vintage-Kompressor, einem Studio Chorus, einem Voice-Doubler und einem hervorragend klingenden Gitarrenverstärker. Auch an der Instrumentenfront wartet Cubase 4 mit neuen Tools auf: HALion One, Prologue, Spector, Mystic sind im Paket enthalten.

Was bleibt: Cubase bleibt wohl auch in Zukunft die am weitesten verbreitete Aufnahme-Softwarelösung, vor allem wegen der guten Performance-Leistungen auf PC und Mac. Außerdem bietet Steinberg immer wieder neue interessante Features, die auch die alteingesessenen Cubase-Nerds von neuem verzücken, so dass man mittelfristig wohl doch nicht zwingend darüber nachdenken muss, auf Mac und Logic umzusteigen.

Glanzlicht: Besonders praktisch ist das “Control Room”-Feature, das gerade für Arbeitsschritte in einer Studioumgebung durchaus von Vorteil sein kann und sich auch für die Laptop-Artists dieser Welt, die ihre Tracks auch mal unterwegs produzieren, lohnt.









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aus Intro #146 (Februar 2007)
 
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