
Shootpad
Controlling-Matte für PS2-Fußballspiele
[Big Ben Interactive / ca. EUR 63]
29.01.2007, 06:00, Text:
Gerd Rosenacker
Anwendungsbereich: Controlling-Matte für PS2-Fußballspiele
Was ist: Nachdem abzusehen war, dass Nintendo mit dem innovativen Steuerungskonzept der Wii offenbar einen Nerv getroffen hat, legt die PS2 nach. Knöpfchendrücken war gestern, es lebe die neue Freiheit: Mit dem Shootpad von Sony-Partner Big Ben Interactive sollen auf dem digitalen Fußballrasen (kompatibel mit allen Fifa- und PES-Titeln) neue Zeiten anbrechen. Man darf sich nunmehr wieder auf das Wesentliche dieses Sports konzentrieren: die Arbeit mit dem Ball, der hier – aus Gummi und mit einem Durchmesser von circa 20 Zentimetern – an einer berührungsempfindlichen Kontrollmatte befestigt ist, auf der man den Spielern tänzelnd Befehle erteilt und tatsächlich gegen einen Ball treten darf, dessen integrierter Sensor sowohl Richtung als auch Kraft des Tritts registrieren kann.
Handling: “Nehmen Sie sich Zeit, die Anleitung sorgfältig zu lesen, um Ihr Shootpad optimal nutzen zu können”, empfiehlt die Bedienungsanleitung. Ein wahres Wort. Das System ist zwar schnell und problemlos aufzubauen, der Teufel aber steckt im Detail – das erste Match endete mit einem Kantersieg für den Gegner Österreich. Die Anleitung kategorisiert die Befehle in die Gruppen: Pässe, Flanken und Schüsse erfolgen über direkten Ballkontakt, Spezialaktionen wie Dribbling oder Spielerwechsel über verschiedene Felder der Matte. Über die Laufrichtung des jeweiligen Akteurs entscheidet ein zusätzlicher Funk-Controller, den man in der Hand zu halten hat. Fein ist, dass man sich dem neuen Konzept schrittweise (das Shootpad kann mit dem konventionellen Controller kombiniert werden) nähern darf: Nach einiger Zeit im Trainingsmodus stellen sich sachte Ballgefühl und Spielverständnis ein.
Was bleibt: Auch wenn das Konzept verlockend klingt – wer vorhat, sich langfristig mit dem Shootpad anzufreunden, sollte sehr viel Zeit haben und sich auf einen längeren Aufenthalt im Trainingsmodus einstellen. Ein geübter Fußballspieler in der realen Welt zu sein ist hierbei eher hinderlich als hilfreich: Intuitiv ist diese Steuerung sicher nicht. Würde man ein einziges Mal so gegen den Ball treten, wie es die Situation eigentlich erfordert, flöge – trotz Saugnapfkonstruktion – Ball samt Matte und beider Infrarot-Eckpfosten durch das Wohnzimmerfenster. Motorisch ist das eine echte Herausforderung, auch wenn es letztlich einer Autofahrt mit angezogener Handbremse gleicht. Mal was Anderes – und es gibt unangenehmere Methoden, Kalorien zu verlieren.
Glanzlicht: Jeder Freistoß ein Fest: Präzise wie in der Realität, aber nur halb so anstrengend.
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