
YP-K5
MP3-Player
[Samsung / ca. EUR 229 (1 GB) bis 329 (4 GB)]
23.10.2006, 06:00, Text:
Bodo Scheup
Was ist: Musikhören als soziales Erlebnis vs. solitäres Einklinken in MP3-Playlists. Dass der einsame Musikgenuss über Ohrstöpsel auf Dauer doch nicht ganz das Richtige ist, merkt man beispielsweise an der stetig wachsenden Zahl von Kids, die in Bandenformation durch die Gegend ziehen und dabei ihren aktuellen Lieblingshit in Dauerrotation durch die Handyhörmuschel schicken – jämmerlich leise und in äußerst dürftiger Soundqualität. Das kann so nicht weitergehen! Also wurde kürzlich das Format Ghettoblaster wiederbelebt. Lautsprechersysteme und Boomboxen, die man ohne Umwege mit dem MP3-Player kurzschließt, waren auf diesen Seiten ja schon zu Gast – jetzt sind auch die ersten digitalen Player mit eingebauten Lautsprechern zur Stelle, um Straßenbahn, Hörsaal und Freiluftmeetings in eine Disco zu verwandeln. Der YP-K5 von Samsung legt in Sachen MP3-Micro-Stereoanlage schon mal ordentlich was vor.
Handling: Bereits auf den ersten Blick überzeugt der YP-K5 mit den typischen Musts eines modernen Musikplayers: Eleganz und Kühle. Das Gehäuse aus Magnesium besticht mit minimalistisch-verführerischem Design und featuret als Glanzlichter seine druckempfindlichen Bedienelemente, die auf der glatten schwarzen Oberfläche aufleuchten. Das Navigieren ist damit ein Kinderspiel, ein FM-Tuner wird mitgeliefert, das farbige Display macht Freude und kann außerdem noch Fotos anzeigen. Der Player spielt mit MP3, WMA, ASF und Ogg eine ansehnliche Vielfalt von Formaten ab und ist in Ausführungen mit 1, 2 oder 4 GB Speicher erhältlich. Soweit ist also alles, wie man es sich von einem anständigen MP3-Player wünscht, und noch dazu proper umgesetzt. Nur ein kleiner Handgriff aber zeigt, was noch alles im YP-K5 steckt: Die untere Hälfte des Geräts kann seitlich ausgeklappt werden und überrascht mit ihren Stereolautsprechern hinter einer silbernen Abdeckung. So verwandelt sich der MP3-Player im Handumdrehen in eine portable Musikanlage. Die Bedienelemente wechseln automatisch vom Hochkant- ins Querformat, die Lautsprecher stellen sich schräg in einen Winkel, und die funky Micro-Stereoanlage kann so überall gut aufgestellt werden. Das gemeinsame Musik-Erleben ist kein Problem mehr, die Party kann losgehen.
Was bleibt: Der Knackpunkt bei einer tragbaren Minianlage mit Boxen und genug Schmackes für die ganze Clique im Gegensatz zum Ohrstöpselmodus für Einsame ist natürlich die Akkulaufzeit. Im Kopfhörerbetrieb werden vom Hersteller noch ganze 30 Stunden versprochen. Im Vergleich dazu ist der Betrieb über die integrierten Lautsprecher natürlich deutlich reduziert, der Akku schafft aber immerhin noch ansehnliche sechs Stunden.
Glanzlicht: Die überraschend gut klingenden Lautsprecher. Und obwohl der YP-K5 so viel an fettem Sound in sich versteckt, ist er mit seinen Maßen von 98 x 47,5 x 18 Millimeter einem Handy vergleichbar und gar nicht so viel größer als andere Player.
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