
Thingamagoop
Synthesizer
[www.bleeplabs.com; ca. 100 US-Dollar]
21.08.2006, 10:58, Text:
Bodo Scheup,
Bodo Scheup
Genau davon träumen doch alle Producer in ihren Bedrooms Nacht für Nacht: Musikmachen ist ein Kinderspiel. Dann plötzlich wachen sie im Jahr 2006 auf und sehen sich Aug in Aug dem treuherzigen Hundeblick eines Thingamagoop gegenüber. Kein Traum, sondern Wirklichkeit: Was da so putzig und bunt mit Mund, Nase, Augen und Blinkantenne in die Welt grinst, ist nichts anderes als die Lizenz zum Jetzt-und-sofort-Krawall-Machen. Thingamagoops sehen aus wie die unehelichen Sprösslinge einer Affäre von R2D2 mit einer alten Effekt-Tretmine, sind hinter ihrer bunten Aluminiumschale im Grunde aber simple analoge Synthesizer, die ihre Niedlichkeit schnell mal in Fiesheit verwandeln.
So roh und laut hat seit dem Minimoog kaum etwas geklungen. Zum Rumfummeln gibt’s einen Kippschalter für hoch- oder tieffrequentes Schwingen des Oszillators, einen weiteren Kippschalter und einen Drehregler für den LFO und natürlich: den in der Nase versteckten Lichtsensor, der die Oszillation moduliert: viel Licht, viel laut. Dafür, dass auch in der Dunkelheit immer genug Impulse zum Krachmachen vorhanden sind, sorgt ein Lämpchen am Schwanenhals, der den süßen Dingern aus dem Kopf wächst. Es verspricht wieder richtig laut zu werden in den Schlafzimmerstudios – und richtig kindisch. Heißa!
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