
Live 6
Musikproduktionssoftware für Mac und PC
21.08.2006, 06:00, Text:
Jörg Koch,
Jörg Koch
Was ist: Mit der schönen Regelmäßigkeit eines Metronoms kündigte Ableton kurz vor dem Auftakt der Feriensaison für Herbst die nächste Version von Live an. Die Betaversion, die wie schon in den vergangenen Release-Zirkeln von der enthusiastischen Nutzergemeinde zu letzten Optimierungszwecken einem harten Wirklichkeitstest ausgesetzt wird, liegt auch uns zur Vorschau auf die neuen Features vor.
Handling: Live 6 kann eine Quicktime-Filmspur abspielen, um das Programm direkt zur Komposition von Filmmusik zu nutzen. Mit dem Ressourcen-Hunger der Plug-ins kann durch eine stark verbesserte Freeze-Funktion flexibler umgegangen werden, dazu wird generell Multicore- und Multiprozessor-Architektur unterstützt. Live und die programmeigenen Instrumente können im Rewire-Slave-Modus betrieben werden, Browserfunktionalitäten und das Dateimanagement wurden erweitert: Samples können so einfacher gefunden, im Dateisystem angezeigt oder en bloc ausgetauscht werden. Eine ordentlich angewachsene Zahl von Hardware-Controllern wird durch zugeschnittene Protokolle unterstützt. Auch können nun mehrere Parameter gleichzeitig mit einem einzelnen MIDI-Controll-Regler oder auch nur dem Modulationsrad des Keyboards gesteuert werden. Die Racks, ein neues Element zur Anordnung von Effekten und Instrumenten, ermöglichen parallel liegende Signalketten, etwa zur Erstellung von Multi-Instrumenten. Dies war zwar dank des flexiblen Routingsystems schon früher möglich, geht nun aber bequemer und vor allem mit deutlicher Platzersparnis auf dem Bildschirm. Der eleganteste Teil der neuen Racks erlaubt die Zuordnung frei wählbarer Bedienelemente der enthaltenen Instrumente beziehungsweise Effekte zu einem exponiert liegenden Set von Reglern, was auch die Steuerung komplexer Ketten sehr viel komfortabler und übersichtlicher macht. Zwei neue Effekt-Plug-ins und andere kleinere Erweiterungen runden das diesjährige Update ab. Daneben kündigt Ableton auch eine deutlich gewachsene Sound- und Preset-Bibliothek an, die zukünftig mit dem Programm ausgeliefert werden soll. Zu Recht, denn umfassende Soundsammlungen und ausführliche Preset-Libraries scheinen generell zunehmend bedeutender zu werden. In diesem Zusammenhang fügt sich auch der optional erhältliche, in Multilayer-Architektur ausgelegte neue “Sampler” gut ein, der Sample-Bibliotheken in vielen gebräuchlichen Formaten einlesen kann.
Was bleibt: Der Großteil der aktuellen Neuerungen integriert bewährte Strategien aus der Welt der digitalen Musikproduktion in das legendäre Konzept von Ableton Live. Das Update auf Version 6 steht so größtenteils im Zeichen des größeren Bedienkomforts. Einige Funktionen bleiben aber leider hinter den sich abzeichnenden Möglichkeiten zurück.
Glanzlicht: Nach den Sommerferien soll ja so mancher in ein Motivationsloch fallen. Ableton-Live-Nutzer können sich jetzt am Strand schon auf Version 6 freuen.
Live 6
Musikproduktionssoftware für Mac und PC
Ableton
ca. EUR 550 (Vollversion); EUR 99 (Update von Live 5)
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