E-Glide Powerboard

Batteriebetriebenes Skateboard

21.08.2006, 06:00, Text: Thomas Renz, Thomas Renz

Was ist: Als ehemaliges Mitglied der legendären Z-Boys hat Jay Adams das Skateboarding geprägt wie kaum ein anderer. Nicht wenige behaupten sogar, er sei einer der talentiertesten Skater aller Zeiten. Vor allem aber ist er seinem Sport immer treu geblieben. Bis heute unterschreibt der inzwischen 45-Jährige alles mit “Jay Adams 100 % Skater 4 Life”, und bei der Erfüllung dieses Schwures könnten ihm die batteriebetriebenen, so genannten Powerboards von E-Glide sehr zupass kommen. Ein 400-Watt-Elektromotor soll für eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde sorgen, was ja nichts anderes heißt, als dass man bei diesem Tempo in einer Stunde die Strecke von 30 Kilometern zurücklegen würde. Funktioniert in diesem Fall allerdings leider nicht ganz, weil die angegebene maximale Reichweite lediglich 20 Kilometer beträgt.


Handling: Ein Powerboard ist aufgrund der Größe der Batterien etwas länger als ein gebräuchliches Skateboard. Stören dürfte Adams dieser Umstand allerdings nicht sonderlich, schließlich ist er auch mit Surfbrettern bestens vertraut. Immerhin hat er dereinst miterlebt, wie Wellenreiter, von der Brandung an Land geworfen, zu Skatern mutierten. Und wie heißt es noch so schön? Was man unter den Füßen hat, kann man schon nicht vor dem Kopf haben. Außerdem: Was soll an einem Wendekreis von ungefähr fünf Metern schlecht sein? Abgebremst und in drei Stufen beschleunigt wird übrigens mit einer Fernbedienung. Jetzt nur noch eine Massageauflage und einen Sitz besorgen, elektrische Fensterheber und einen Hut sowie eine passende Ablage dazu ..., und man hätte ein sehr attraktiv ausgestattetes Automobil.

Was bleibt:
Jay Adams sitzt mal wieder im Knast. Angeblich in Honolulu, was die Angelegenheit aber wohl auch nur auf dem Papier sonniger erscheinen lässt. Der Mann hat die zweite Hälfte des Mottos “Skate And Destroy” eben etwas zu oft an sich und anderen ausprobiert. Dass ausgerechnet der “world’s greatest natural skater”, wie ihn Stacy Peralta, ein ehemaliger Mitstreiter bei den Z-Boys, einmal nannte, aus seinem Talent kein Kapital schlagen konnte, ist wohl eine der großen Tragödien der Skateboarding-Geschichte. Adams wird sich also noch etwas gedulden müssen, bis er seine Runden nicht mehr in einem vergitterten Gefängnishof, sondern auf einem Powerboard drehen kann.

Glanzlicht:
Vielleicht sollte er auch ganz auf diesen Spaß verzichten, denn die “remote control gun” heißt nicht nur so, sie sieht auch wie eine Knarre aus. Und wer weiß, auf welche dummen Gedanken die so verlockend geformte Fernbedienung einen Schwerenöter wie Adams bringen kann. Das kriminelle Potenzial ist jedenfalls enorm: “Aber wenn ich es ihnen doch sage, Herr Wachtmeister. Der Mann, der meine Handtasche geklaut hat, hat mich mit einer Waffe bedroht. Gott sei Dank hatte ich Glück im Unglück, als der Räuber abgedrückt hat. Denn anstatt auf mich zu schießen, ist der Räuber selbst davongeschossen.”

E-Glide Powerboard
Batteriebetriebenes Skateboard
www.e-glide.com
ab ca. 350 Euro



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aus Intro #142 (September 2006)
 
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