WLAN-Radio
[Terratec / ca. EUR 150]
17.07.2006, 08:00, Text:
Felix Knoke,
Felix Knoke
Anwendungsbereich: WLAN-Radio
Was ist: Nachdem Terratec bereits die Stereoanlage mittels WLAN an das Internet angeschlossen hat, legen sie jetzt noch einen drauf: Anfang Juli erscheint das NOXON iRadio, ein Hightech-Küchenradio für Internetstreams und die heimische MP3-Sammlung. Oder ums kurz zu machen: Das iRadio rettet dich vor der schändlichen deutschen Radiolandschaft und bringt dir den FM4-Livestream direkt ins Wohnzimmer, die Küche, den Garten oder die Badewanne.
Handling: Alles, was man dazu braucht, ist ein WLAN-Router – selbst wenn’s theoretisch auch ein Kabel täte.
Über einen Breitbandanschluss ans Internet zieht man sich jeden Internetstream in das iRadio. Eine Fernsteuerung und ein kleines blaues Display reichen zur Bedienung. Hier kann man sämtliche Einstellungen vornehmen, nach Liedern oder Radiostationen im Internet suchen oder Playlists auswählen. Reicht die Auswahl der vielen Hundert voreingestellten Stationen nicht, kann man weitere per Web-Frontend hinzufügen. Ein großzügiger Buffer-Speicher von 64 MB garantiert Stream-Genuss quasi ohne Aussetzer. Per Musicmatch oder einer anderen Software sendet jeder Rechner lokal gespeicherte MP3s und WMAs per UPnP-Server an den Funkwürfel. Der zeigt dann per Menü quasi wie eine Radiostation den eigenen Rechner an. Per Fernsteuern browst man durchs Dateiarchiv, da das nicht so locker von der Hand geht, sollte man sich bereits Playlists am Rechner zusammengestellt haben. Aber warum Playlists, wenn man Internetradio hat? Obwohl bereits mehrfach totgesagt und von der Musikindustrie totgewünscht, gibt’s Abertausende virtuelle Radiostationen rund um die Welt. Jede Art von Wort, Musik und Geräusch rauschen mit blubbernder bis kristallklarer Qualität durchs Netz. Und das Tolle: Das iRadio empfängt die Webcasts auch, ohne dass ein Rechner dabei im Spiel sein muss. Solange der WLAN-Router angeschaltet ist, läuft das iRadio. Allerdings, und das schmerzt leider sehr, kommt es statt mit wilder Stereo-Pracht und Rummsdada nur mit einem kleinen Lautsprecher daher ... Wer mehr Saft will, kann aber per Klinkenstecker einen Kopfhörer oder Aktivboxen anschließen. Wenigstens das. Andererseits: Das iRadio will wie ein Retro-Küchenradio aussehen – und wenn man es auch so benutzt, dann kommt das schon hin mit dem einen Lautsprecher.
Was bleibt: Unterm Strich große Begeisterung. Denn: WLAN-Radios wie die Squeezebox kosten normalerweise ein Schweinegeld, der iRadio-Vorgänger NOXON Audio funktioniert nur als Stereoanlagen-Baustein, und eine gechippte Xbox mit schicker open source “Media Center”-Oberfläche traut sich auch niemand zu, da füllt das iRadio eine niedliche Lücke. Auf der anderen Seite: 150 Euro für ein Mono-Radio? Huiiii ...
Glanzlicht: Zwanzig Milliarden Radiostationen mit toller Musik aus dem Nerd-Radio. Das ist Glanzlicht genug!
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