Wasserdichte Digitalkamera
[Olympus / ca. EUR 400]
17.07.2006, 08:00, Text:
Sandro Boege,
Sandro Boege
Anwendungsbereich: Wasserdichte Digitalkamera
Was ist: Eine von Haus aus wasserdichte Kamera? Und stoßfest soll sie auch sein? Das tönt nach einem tollen Spielzeug für Grobmotoriker, Vergessliche und Schwimmbad- und Meeresfetischisten. Vielleicht aber auch für all jene, die einfach nicht immer Lust haben, sich ständig Gedanken machen zu müssen, ob der Regen jetzt den elektronischen Ikonografen von innen auffrisst und zerstört. Bis drei Meter Tiefe soll das gute Stück wasserdicht sein.
Handling: Im Test hier wollte ich den Raum der Redaktion aus Rücksicht nicht fluten, sondern beschränkte mich auf das Waschbecken.
Schließlich war es seltsam genug, diese kleine, überaus hübsch anzusehende und vor allem eingeschaltete Kompaktkamera ins Wasser zu tauchen und ein Foto zu machen. Zu meinem eigentlich sinnlosen Überraschen bestand sie diesen Test mit Bravour. Die µ720SW kann allerdings nicht nur mit jenen beiden Spezialitäten aufwarten, sondern bietet im Grunde alles, was man sich an einer solchen Kamera wünschen könnte. Der Bildstabilisator, der bei langen Belichtungszeiten noch scharfe Fotos aus der Hand erlaubt, funktioniert ausgesprochen zuverlässig, sodass man selbst bei einer halben Sekunde und einem halbwegs ruhigen Händchen noch sehr brauchbare Ergebnisse erzielen kann. Wenn es denn im Umkehrschluss eben keine besonders lange Belichtungszeit sein soll, lässt sich die µ720SW auch auf eine Empfindlichkeit von ISO 1600 stellen. So richtig optimal ist die Bildqualität dann natürlich nicht mehr und natürlich auch nicht vergleichbar mit der Qualität einer digitalen Spiegelreflexkamera bei dieser Empfindlichkeit, aber für eine kompakte durchaus noch sehr akzeptabel. Bemerkbar macht sich das Rauschen des Sensors übrigens bereits bei ISO 400, wenngleich es in diesem Bereich nicht wirklich ausgeprägt ist. Das Objektiv, das bei angeschalteter Kamera nicht ausfährt, sondern hinter einer wasserdichten Scheibe bleibt, hat einen Zoombereich von etwa 38-114 mm, umgerechnet auf Kleinbild-Format. Die größte Blende beträgt hier 3,5 im Weitwinkel- und 5 im Telebereich. In der Programmautomatik stehen 24 Aufnahmeprogramme zur Verfügung, die so gut wie jede Lebenslage abdecken, inklusive all jener, die sich unter Wasser abspielen. Am negativsten fiel mir das Display auf: Zwar besticht es auf den ersten Blick durch seine Größe, jedoch ist die Bildqualität eher mittelmäßig. Das Sucherbild erscheint sehr pixelig, und es war nicht immer sofort zu erkennen, ob der Autofokus korrekt scharf gestellt hatte. Auf Dauer könnte man sich wohl daran gewöhnen, aber besser geht es in jedem Fall.
Was bleibt: Im Großen und Ganzen macht die µ720SW allerdings schon was her, nur muss man sich eben überlegen, welche Kriterien einem selbst am wichtigsten sind: Ist es die Wasserresistenz, so spräche wohl alles für die kleine µ; ist perfekte Bildqualität eher vonnöten, sollte man wohl noch einige andere Kameras dieser Klasse testen und vergleichen.
Glanzlicht: Fast unnötig zu erwähnen: die sehr bemerkenswerte Wasserresistenz und das im Vergleich zu anderen Kompaktkameras sehr solide Metallgehäuse.
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