Gibson Digital Guitar

E-Gitarre mit digitalen Tonabnehmern

25.04.2006, 13:07, Text: Felix Scharlau, Felix Scharlau

Es ist nicht gerade leicht, im Gitarrensegment das Rad neu zu erfinden. Die Fetischkultur rund um die – gerade elektrische – Gitarre ist durchsetzt von zahlreichen Traditionalismen. Kriterien wie “Vintage” definieren Markt und Preise. Und das oft nicht mal zu Unrecht – über eine 30 Jahre alte Fender Jaguar geht eben nicht viel. Innovationen wie die jetzt angekündigte digitale Gitarre von Gibson haben es da normalerweise schwer. Obwohl sie vielleicht tatsächlich Sinn machen: Bei der Gitarre handelt es sich um eine eigentlich klassische Gibson mit so genannten HEX-Pick-ups, die die Tonhöhe und Anschlagdynamik für jede Saite einzeln erfassen und als separates Signal übermitteln.

Möglich ist dadurch theoretisch, dass jede Saite über einen einzelnen Amp abgespielt wird. Oder Saiten eben einzeln aufgenommen werden. Das wirklich Interessante ist aber wohl die Rauscharmut des Signals dank digitaler Übertragung. Was auch bedeutet, wie es die Presseinfo ausdrückt, dass man “nun bei einem über 100 Meter langen Kabel keinen Verlust der Audio-Qualität” habe. Wohl demjenigen, der auf so großen Bühnen stehen darf – er oder sie dürfte ohnehin nicht mehr viele Sorgen im Leben haben. Ob sich das System durchsetzen kann? Wir werden es im Herbst erfahren, wenn es erscheint.



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aus Intro #138 (Mai 2006)
 
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