
Sweet Pea & Jack
Falträder
28.03.2006, 10:37, Text:
linus volkmann,
linus volkmann
Dohan / ca. EUR 300 (Sweet Pea) / EUR 450 (Jack)
Anwendungsbereich: Faltrad
Was ist
: Wie was ist? Was soll denn schon sein? Es ist mal wieder höllerlichter Abend, man ist schwer besoffen. \"Ein paar trübe Schnäpse gehen noch\", hatten einem Wirt und umstehende Gäste eingeflüstert; und man hielt dieses Stimmengewirr kurzzeitig für die Worte eines sehr alten weisungsbefugten Geistes, der es spitze mit einem meint und über Wissen verfügt, das man sich nicht mal entfernt vorstellen kann. Irgendwann ist diese Illusion aber dann auch gegessen und die öde Fratze der Realität nicht mehr zu übersehen. So verlässt man endlich den Laden.Handling: Die beiden Modelle \"Sweat Pea\" (1-Gang, für Jugendliche und \"kleine Powerfrauen\", wie es in der Produktinformation heißt) und \"Jack\" (7-Gang, für Herren und \"große Powerfrauen\", wie es in der Produktinformation nicht heißt) beziehen sich auf das klassische Klapprad. Oder wie es offiziell heißt: Faltrad. Die Idee dahinter ist klar. Schließlich hatte dieses Format einst in der jungen BRD wie DDR schon mal einen Höhepunkt. Das Falten ist geblieben, sonst hat sich einiges geändert. Die Vorteile liegen auf der Hand: mal eine Strecke radeln und zurück mit anderen Verkehrsmitteln oder umgekehrt. Flexibilisierung von Lebensumständen. Das große Thema für Alltagstechnik.
Was bleibt: Die Wiederkehr des Klapprads unter stylishen Rahmenbedingungen. \"Pimp My Bike\" hat auch die konservativen Macker aus den Rädergießereien inspiriert. So wirken Look and Feel bewusst dem Hitlerjungen-Image des Claims \"Klapprad\" entgegen. Chic, cool, urban wollen die beiden Modelle sein - sind es sogar. Geblieben aus der alten Zeit ist der dankbare Aspekt, dass es verhältnismäßig niederpreisig angeboten wird. Ob die Stabilität und der Fahrkomfort allerdings im Langzeittest nicht doch hinter Rädern aus einem Guss zurückfallen, kann hier zu diesem Zeitpunkt nicht verbindlich gesagt werden.
Glanzlicht: \"Sweet Pea\" gibt es neben solidem Blau auch in den geil albernen Bonbonfarben Pink und Türkis. Außerdem wirkt der hohe Aluminium-Anteil bei den Teilen wertig und begünstigt die Tatsache, dass man das Ding ja durchaus auch mal rumschleppen muss. Denn es ist mit neun bzw. zwölf Kilo wirklich tragbar sowie darüber hinaus auch ordentlich handlich.
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