
mTune-N
Kabelloser Kopfhörer für iPod Nano
27.03.2006, 17:04, Text:
Bodo Scheup,
Bodo Scheup
Macally / ca. EUR 45
Was ist: Die Firma Macally ist in der Vergangenheit bereits öfter mit pfiffigen Ideen und ebensolchen Produkten aufgefallen, die für Apple-Geräte maßgeschneidert waren. Von verrückt bis genial war bisher so ziemlich alles dabei, den Vogel abgeschossen hat wohl definitiv der so genannte FM Cup, der in die Becherhalter (amerikanischer) Karossen gesetzt wird und den iPod mit der Stereoanlage im Auto verbindet, während er gleichzeitig seine Akkus auflädt. Apples letzter Clou, der iPod Nano, wird von Macally nun erwartungsgemäß auch mit speziell designten Gadgets bedacht: Der mTune-N ist ein Kopfhörer, der direkt, ohne Einsatz eines Kabels, mit dem Nano kurzgeschlossen wird (eine Idee, die auch schon für den iPod Shuffle umgesetzt wurde).
Handling: Köpfchen muss man haben - und eventuell eine gut ausgebildete Halsmuskulatur, denn mit dem mTune-N hat man ein ganz schön voluminöses Teil auf dem Schädel sitzen. Was von außen besehen ein wenig klobig aussehen kann, bietet aber überraschenden Tragekomfort und ist mit einem Gewicht von ca. 175 Gramm (plus die rund 40 Gramm des Players) durchaus vertretbar. Der iPod Nano wird auf einer Seite des Kopfhörers direkt in einen Slot eingeschoben, sein Display bleibt dabei natürlich ebenso zugänglich wie das Clickwheel, auch wenn dessen Bedienung bei aufgesetztem Kopfhörer irgendwie nicht mehr ganz so intuitiv wie gewohnt vonstatten geht. Das könnte vielleicht daran liegen, dass die wenigsten Menschen um die Ecke auf ihr eigenes Ohr gucken können. Der Kopfhörer kann nach Wunsch selbstverständlich auch mit einem CD-Player, dem Computer, einem anderen MP3-Player oder was auch immer über einen Ausgang mit kleiner Klinke verfügt, verkabelt werden, um seinen guten Klang nicht nur auf den iPod Nano zu beschränken.
Was bleibt: Die Rückkehr der Aliens. So wie vor 20 Jahren menschenähnliche Wesen mit seltsamen Metallohren und Antenne auf der Birne gesichtet wurden - manche nannten das Phänomen auch Kopfhörerradio -, so werden in Kürze die Nano-Mutanten in U-Bahnen und Kaufhäusern auftauchen. Knackpunkt für die massenhafte Verbreitung dieser Spezies ist allerdings die Ästhetik. Einen Schönheitswettbewerb wird ein mit dem mTune-N behelmter Musikfreak wohl kaum gewinnen. Wer nicht mit Riesenschalen über den Lauschern rumlaufen will, wird wohl bei den verschwörerischen weißen Ohrstöpseln der iPod-Gemeinde bleiben - und dafür im Gegenzug natürlich auf ein brillant klingendes Audioerlebnis verzichten müssen.
Glanzlicht: Das Beste am mTune-N ist natürlich der Klang. Macally liefert kompromissloses und cleveres Design, das eigentlich nur ein einziges Anwendungsgebiet im Auge hat: Musik hören, und zwar so klar und frei von Störgeräuschen wie möglich.
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