Toneport UX2

Audio Interface

02.03.2006, 15:49, Text: Peter Wolff, Peter Wolff

Line 6 / ca. EUR 229

Was ist: Die zunehmende Technisierung macht auch vor den Rock- und Metal-Bands dieser Welt nicht Halt. Früher entsagte man beim Gitarren-dominierten Schaffen noch komplett den Bits & Bytes - heute sieht das ganz anders aus: Selbst bei Proben von Rock-Combos läuft inzwischen ein Harddisk-Recorder oder gar Notebook mit. Das Zauberwort heißt Proberaummitschnitt. Früher über ein gewöhnliches Tapedeck mit Mikrofon-Eingang gelöst. Heute mit einem Cubase oder Logic-Rechner. Das Material steht dann zur Bearbeitung bereit und kann zum finalen Song als eine Art Pre-Master zurechtgeschliffen werden. Hier setzt Toneport an.

Die Hardware ist eigentlich nichts anderes als ein etwas besseres Sound-Interface, das allerdings über einen Instrumentenvorverstärker und eine Phantom-Speisung für Kondensator-Mikrofone verfügt.
Handling: Die Installation des nicht ganz so kleinen schwarzen Kästchens geht schnell von der Hand. Wichtig ist, zuerst die Software zu installieren und danach erst das Gerät an den USB 2.0 Port anzuschließen. Der Sequencer (hier: Cubase SX 3.0) erkennt auch problemlos den ASIO-Treiber, sodass dem musikalischen Schaffen nichts mehr im Wege steht. Der Toneport verfügt über zwei Mikrofon-Eingänge mit Phantom-Speisung, zwei Instrumenten-Eingänge sowie zwei analoge Pegelmeter. Besonders interessant sind die nahezu latenzfreie Übertragung und der digitale Ausgang.
Was bleibt: Besonders für Gitarristen lohnt die Anschaffung des Toneport UX2, da man zu Hause oder im Proberaum ganz einfach mitschneiden und Overdubs sowie neue Spuren dazuspielen kann. Bei gewöhnlichen Audio-Interfaces war das bislang nur sehr begrenzt und ohne zwischengeschaltetes Mischpult plus Amp gar nicht möglich. Toneport ist beides in einem. Wer dann noch über gut funktionierende Gitarren-Amp-Applikationen und -Plug-ins verfügt, dem steht in Sachen Sound-Design nichts mehr im Wege.
Glanzlicht: Besonders praktisch ist die Möglichkeit, die halbakustische Gitarre direkt an den Instrumenteneingang anzuschließen. Denn wer hat nicht beim Klimpern mal gute Songideen, die er am liebsten zu Hause direkt festhalten möchte. Dann noch eine zweite Stimme und Gesang dazu. Fertig ist das Akustikstück. Mit einem Midi-Footswitch lässt sich zudem sinnigerweise der Rec-on/Rec-off-Befehl steuern. Zum Ideen-Screenen eignet sich Toneport hervorragend. Wer allerdings Größeres vorhat, beispielsweise gute Drum-Takes aufnehmen möchte, kommt um ein \"8in/8out\" oder ein noch größeres Interface nicht herum. Obwohl Toneport auch gleichzeitig \"music on the go\"-tauglich sein möchte, entspricht das nicht ganz seiner Größe. Mit einer größeren Laptop-Tasche ist das Problem aber eigentlich schon gar keins mehr. Übrigens ist im Lieferumfang eine Lite-Version von Abletons Live 4 enthalten.



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aus Intro #136 (März 2006)
 
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