
Trio USB
USB-Audio-Interface
25.10.2005, 13:07, Text:
Felix Knoke,
Felix Knoke
Mindprint / ca. EUR 449
Man kennt das ja: Kaum holt man sich die eigene Band ins Schlafzimmer - Gitarre, Bass, der Computer und ein Mikro -, schon geht die Kabelei los. Und dann zickt der Rechner, hat nicht genug In- und Outputs, und alles rauscht und zirpt, als wäre man im Tropenhaus.
Der Trio USB von Mindprint will damit Schluss machen - und in Heim- und Studioumgebung Kanalzug, Interface und Monitoring-Sektion gebündelt in einem Kasten unterbringen und damit Aufnahmen am Computer deutlich vereinfachen und verbessern. Das Konzept dabei ist einfach und schlüssig. Links kommt Signal ins Gerät rein, wird einmal durchgeschleust und bearbeitet, an den Rechner gesandt und dort weiterverarbeitet, kehrt dann als Return in den Trio zurück und wird dort zum Beispiel an die Boxen ausgegeben.
Einkommendes Signal kann nun per Drehregler und Taster durch einen Low Cut, analogen Kompressor und 2 Band EQ geleitet werden. Die Monitoring-Sektion vollbringt, zentral vom unteren Rand aus, gute Taten. Ohne Latenz und mit Mute für jedes Lautsprecherpaar, einem Mono-Taster zur Überprüfung auf Monokompatibilität des Signals und einem flotten 20 dB-Dim. Zentral auf dem Gerät sitzt der simple 10-gliedrige VU zur Analyse des Ein- und Ausgangssignals. Zur vereinfachten Kommunikation mit Künstlern auf der anderen Seite der Glaswand haben Mindprint dem Trio noch eine nette Talkback-Funktion mit Button und eingebautem Mikro spendiert. Leider quietscht und klackert es beim Betätigen so sehr, dass man Angst um empfindliche Ohren oder sensible Geschmäcker haben muss.
Von der Geräteseite war es das bereits - abgesehen vom wohl wichtigsten, superzentral auf der Trio-Rückseite angebrachten Bauteil: dem USB-Port. Über diesen lässt sich das Gerät an einen PC oder Mac anschließen. Über die mitgelieferten Treiber können nun via ASIO Signale vom Trio an den Rechner und zurück übertragen werden. Das heißt vor allem: am billigen DA-Wandler der Soundkarte vorbei übertragen werden. Vorbei an zirpenden Netzwerk- und Grafikkarten. Gerade geräuschempfindliche Aufnahmen profitieren davon ganz unerhört. Und sowieso die Soundqualität: Hier hat Mindprint wirklich gute Arbeit geleistet: Selbst der supersimple Kompressor kann das Signal noch weich genug anfetten, der Low Cut arbeitet genau da, wo er arbeiten soll, und der EQ tut dem Signal keinen Schaden.
Vor allem die intuitive Bedienung in Hard- und Software, der stabile Bau und das ausführliche und mit reichlich Tipps angereicherte Manual runden den Eindruck des Trios ab. Wenn er jetzt noch ein paar Effekte mehr drauf hätte, dann wäre er die perfekte Lösung für jeden Heimmusiker.
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