iPod Nano

MP3-Player

25.10.2005, 12:54, Text: Felix Knoke, Felix Knoke

Apple / EUR 198,90 (2 GB); EUR 248,90 (4 GB) bei Gravis (www.gravis-ipod-store.de)

Wer, könnte man sich fragen, braucht eigentlich einen iPod nano? Maximal vier Gigabyte Speicher, ein Display so groß wie eine Briefmarke und ohne iTunes eher unbenutzbar. Aber: Den iPod braucht man nicht, den iPod will man! Denn der iPod nano, der ist nicht Liebe, der nano ist Sex. Allein das Ding in der Hand zu haben, nein!, es auszupacken ist ein Genuss. Ist so klein, der nano, so leicht, sieht so geil aus. Sieben Millimeter dünn, lang wie zwei Streichholzschachteln, oben Plastik, unten Metall, schön rund und glatt und duper. Das bekannte ClickWheel, nur ein Hold-Schieber an der Geräteschulter, der USB-Adapter und eine Klinkenbuchse.

Sofort angemacht, das Teil, sofort verliebt. Klickklickklick, das Klickrad. Menü, Skip, Play/Pause. Durchs sofort lieb gewonnene Menü klickklickklack, Farbdisplay, klickratterklick. Centerbutton bringt mich weiter, D-Pad-Klick nach oben zurück - Lieder müssen drauf!

iTunes mag ich nicht. Ich mag eigentlich keinen Software-Player. Denn alle sind sie umständlich und können zu wenig. Und erst recht mag ich nicht einen portablen MP3-Player, der sich mit meinem PC synchronisiert. Aber jetzt ist es nun mal so, dass der nano ohne iTunes nur ein ziemlich teurer Datenträger ist. Und wenn nicht iTunes die Songs verwaltet, dann wird gar nix verwaltet. Also, Zepter an iTunes abgeben, Kontrolle über die Musik am besten auch gleich noch. Kennste ja eh - eine Stunde später dann der erste Einsatz. Kopfhörer an den nano - huch, der Stecker ist ja dicker als das Gerät, Freund und Mitbewohner Moritz sieht die Zukunft des iPod im Kabel. Ich seh seine unmittelbare Zukunft in meiner Hosentasche. Rein damit, als ob da nichts wär, ab dafür und supershuffle Klickklick-Musikgenuss. Eh toll - nur wehe dem, der die Tastatursperre vergisst, dem spinnt sein nano ganz gehörig, weil das ClickWheel so sensibel ist.

Ab in die Kneipe - und da ist es, das erste echte Problem jenseits von Stil, Geschmack und Usability. Der nano liegt kopfüber auf dem Tisch, einmal poliere ich das Briefmarken-Display mit dem Pulli - verkratzt! Nicht nur so ein bisschen, sondern so richtig und gleich übel. Wie eine CD, um die man fürderhin Angst haben muss und die in billigen Boomboxen nur noch klickklickratz rausbringt. Grnf! Lektion gelernt: Schutzhülle über dem Display lassen, die schwarze (sonst weiße) Ausgabe des nano in eine Schutz-Ummantelung stecken. Nach einer Woche Feuerzeug-Hosentasche verschwinden allerdings die großen Kratzer hinter vielen homogenen kleinen. Crashtests im Internet überstand der nano jedoch erstaunlich gut. Zwar fiel das Display schnell aus - aber erst diverse Flugübungen, Auto-Überwalzungen und Beton-Slidereien später gab die Musikwiedergabe auf. Kein Wunder - im Inneren ist nur Leiterfolie, Chip und wenig Löt. Aber die inneren Werte sind bei iPods ja eh egal, da geht es um Sex. Und ein wenig Musik.



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aus Intro #133 (November 2005)
 
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