
MySpace.com
Social Networking Plattform
29.09.2005, 13:22, Text: Autor unbekannt
MySpace.com / gratis
Beeindruckende Zahlen: existiert erst seit 20 Monaten, hat 14 Millionen Pageviews pro Monat, insgesamt 23 Millionen Mitglieder - und ist offensichtlich 580 Millionen Dollar wert. Die Rede ist von MySpace, einer Social Networking Plattform im Internet, wo mit einfachsten Mitteln Profile und Blogs erstellt werden können. Oder anders, in Firmensprech: \"MySpace is an online community that lets you meet your friends' friend.\" - So schlicht, so einfach. Und doch hat diese Plattform Friendster Inc. (existiert schon drei Jahre, knapp eine Million Besucher im Monat) und die Riesenkonkurrenz von MSN und Yahoo! mitsamt deren geballter Marketingpower abgehängt.
Neben dem 39-jährigen Chris DeWolfe regiert Tom Anderson, ein 29-jähriger Musiker, die Seite. Von Anfang an richtete man sich deshalb eben an Bands: eine Homepage erstellen mit Fotos und Tourdaten, Songs zum Streamen anbieten - alles umsonst. Nach und nach integrierte man originelle Features wie den \"Event Invider\", durch den Bands ihre Fans direkt zu Konzerten einladen können.
Direkt zu Beginn kreierten die Black Eyed Peas und Billy Corgan ihre eigenen Seiten. Das zog Freunde und Fans auf die Webpage, im Schneeballsystem verlinkte man sich gegenseitig - der Hype um eine simple Plattform war geboren. Eine neue Community war gegründet. Franz Ferdinand streamen hier ihre erste Single, die Alben von Nine Inch Nails, Beck und den Queens Of The Stone Age werden hier exklusiv der Öffentlichkeit vorgestellt. Angeblich präsentieren sich hier insgesamt 350.000 Musiker online. Billy Corgan sagte dazu kürzlich: \"Now that MySpace is here, bands don't necessarily need a label to be heard.\" Tatsächlich hat sich die Plattform zumindest zu einer Art Grassroots-Promotionbasis transformiert. Mittlerweile kann man von einem kulturellen Phänomen sprechen: Aus dem Social Networking hat sich ein Hybrid entwickelt, halb Entertainment, halb direkte Kommunikation mittels Instant Messenger. Der Traum eines jeden Fans: direkt mit dem Künstler in Verbindung treten.
Und doch, was bleibt? Denn plötzlich werden Erinnerungen an die trübe Zeit der platzenden Dotcom-Blasen wach. Der berüchtigte Medienzampano Murdoch kündigte im Juli an, er werde über seine \"News Corporation\" die Firma Intermix Media (die Mutterfirma von MySpace) kaufen. Intermix Media besitzt momentan 53 % der Plattform. Die Hoffnungen von Murdoch basieren wohl vor allem auf der jungen Userschaft (zwischen 16 und 34), er plant angeblich, eine Konkurrenz gegenüber MTV zu etablieren: MySpace eignet sich natürlich theoretisch dafür, Videoclips oder andere kurze Formate (z. B. \"American Idol\") zu veröffentlichen. Doch Traffic überträgt sich eben nicht unbedingt in harte Dollars.
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