
Dream’eo Enza
Portable Media Center
29.09.2005, 13:19, Text:
Felix Knoke,
Felix Knoke
Dream'eo / ca. EUR 499
Der eindeutige Sieger im Kampf um die Manteltasche ist das Handy. Dort, wo nur Platz für ein Gerät ist, aber zehn Funktionen Platz haben müssen, bietet das Handy: Telefonie, Musik, Foto und sogar noch Radio. Doch in Sachen Video - oder besser: Film - sieht es düster aus: kleines Display, wenig Speicher, viel zu wenig Batterie. Doch das Thema Film wird das Schlachtfeld der Zukunft. Sonys PSP (siehe auch Testbericht in dieser Ausgabe) tritt da an, gegen Personal Videoplayers, Portable Media Centers und - Videohandys. Microsoft hat nun schon vor einiger Zeit mit Hardware-Anbietern einen Standard ersonnen, der Ordnung und Hegemonie ins Chaos bringen soll - den Standard: Portable Media Center.
Das Enza von Dream'eo ist genau so ein PMC. Auf der 20 Gigabyte großen Festplatte lassen sich Videos, Fotos und Musikdateien speichern. Verwaltet werden sie an Bord von der Microsoft-Software: Angeschlossen an einen Windows-XP-Rechner, organisiert der \"Mediaplayer 10\" die Daten, Playlists gleichen sich gegenseitig ab, die Software konvertiert selbständig TV-Programme und Videos ins PMC-kompatible wmv-Format mit den richtigen Auflösungen und Bitraten.
Das Ganze geht ganz geschmeidig von der Hand, die einfache Bedienung und die übersichtliche Benutzeroberfläche stammen direkt von Microsoft. Zwei Buttons und ein D-Pad reichen zur Menü-Navigation, Skip/FFW, Play/Pause, Lautstärke und Lock wurden vom Hersteller an die Geräteseiten platziert.
Das Enza spielt damit dann bis zu drei Stunden am Stück Filme in guter Qualität und mit sehr gutem Sound von der eigenen Festplatte. Die Soundausgabe erfolgt entweder über Klinken- oder Cinchstecker, sogar einen TV-Ausgang schreibt der PMC-Standard vor!
Unterwegs macht sich das schlicht-schicke Gerät im T610-Design dann auch recht gut. Einzig bei Sonnenschein leidet die Bilddarstellung. Etwas Schatten unter einem Baum reicht aber für Filmspaß im Freien. Nicht so toll: Wer das Enza vor sich aufs Strandtuch legen will, dem fällt auf, dass selbst kleine Neigungen nach oben das Bild völlig ungenießbar machen. Idealerweise sitzt man mit dem Enza also und hält sich das Gerät, wie eine Kamera, senkrecht zum Blick.
Davon abgesehen ist das Enza ein tolles, einfach zu bedienendes Gerät, das einen robusten Eindruck macht. Doch wer braucht so ein Portable Media Center eigentlich? Und das ist der Knackpunkt: Ohne stationäres Media Center mit TV-Tuner (zum Sendung-Mitschneiden) ist das Enza ein hübscher, aber teurer Spaß. Von einem Hack, der aus PMC-Systemen einen Allroundplayer macht, weiß ich nichts. Wer also im Wohnzimmer bereits ein Media Center stehen hat oder intensiv mit dem \"WMP 10\" arbeitet, dem ist das Enza ein großartiger Partner. Wer hingegen lieber auf Freeware-Programme und abseitigere Video- und Musikformate steht, dem steht zeitraubende Konvertierarbeit bevor, die den Spaß am Enza schmälern.
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