Electribe MX

Pattern-Synthesizer

05.03.2004, 17:35, Text: Pascal Blum, Pascal Blum

Kommt einem bekannt vor, was die Firma Korg hier mit ihrer neuesten Groovebox vorlegt. Vertraut und sympathisch – aber eben doch ganz anders. Schon auf den ersten Blick unterscheidet sich das neue Teil der ›Electribe‹-Serie deutlich von der restlichen Familie: Der ›MX‹ ist um einiges größer, schwerer, edler verarbeitet und – auch das ist sofort erkennbar – mit heißen neuen Features ausgestattet.

Doch der Reihe nach. Mit dem kleinen Schwarzen, dem ›Electribe M‹, war das Konzept, in einer kleinen Kiste alles für die schnelle, spielerische, aber auch fette Musikproduktion unterzubringen, bereits angelegt. Allerdings in noch etwas bescheidenem Maß und mit einigen Kompromissen.

Mit dem ›Electribe MX‹ wird die gute Idee nun auch wirklich konsequent umgesetzt. Außer einem Sampler ist beim ›MX‹ alles an Bord, was man sich von einer Groovebox wünschen kann. Basis ist wie bei der gesamten ›Electribe‹-Serie wiederum der bewährte Step-Sequencer. Dessen Speicher wurde erweitert und fasst nun (bis zu) doppelt so viele Schritte: 128 pro Pattern. Sehr nützlich für ausgefuchste, variantenreiche Beats oder längere Akkordsequenzen.

Die wohl wichtigsten Änderungen im Vergleich zum kleinen Bruder betreffen die Synthesizer-Sektion. Neben den neun Drum-Parts (so werden im Korg-Kosmos die Spuren genannt) stehen nunmehr fünf Synthie-Parts zur Verfügung, und zwar mit einem echten Synthesizer, beruhend auf Korgs so genannter Multi-Modeling-Technologie. Diese beinhaltet 16 verschiedene Synthesemodelle, die schnell anwähl- und editierbar sind. Der Synthie ist im Grunde zwar monophon, es steht jedoch eine spezielle Akkord-Synthese zur Verfügung, und auch bei den abrufbaren Sample-Sounds gibt’s einige Chord-Pads. Im Verein mit den obligaten Filtern und einer Modulationssektion geht da soundmäßig so einiges. Und dazu gesellt sich noch die Effekt-Abteilung, die ebenfalls deutlich ausgeweitet wurde. Zum einen stehen mehr Effekte zur Auswahl, und zum anderen können jeweils drei Effekte pro Pattern in verschiedenen Schaltungen zugeordnet werden.

Nun zu den beiden angesprochenen Blickfängen: Da wäre zunächst der Arpeggiator, der über zwei intuitive Controller schnelles Solieren erlaubt. Einfach ein bisschen an den zwei Reglern rumfummeln, und schon springen die Synthies durch waghalsige Melodiebögen – macht Spaß. Und schließlich, als optisches Highlight ziemlich prunkvoll inszeniert: zwei Röhren, die hinter einem kleinen Fensterchen schön vor sich hin glühen dürfen. Gibt natürlich nicht nur fürs Auge was her. Kontrolliert über einen eigenen Drehregler, bringen sie den Sound ordentlich warm und fett und bei Bedarf auch schön angezerrt rüber. Das gibt dem ›MX‹ als Sahnehäubchen noch den analogen Kick, der sonst eben oft fehlt.



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