Kitsuné - Die neue Pariser Modeschule - Teil 3 Artikelbild (groß)

Kitsuné

Die neue Pariser Modeschule - Teil 3

03.06.2011, 15:29, Text: Alexandra Heckel, Thomas Venker, Foto: Xavier Cariou

Thomas Venker und Alexandra Heckel haben in Paris bei den Machern der neuen Pariser Modeschule vorbeigeschaut.

Ihre Modelabels heißen Andrea Crews, Surface To Air und Kitsuné und sind ohne die diversen Musikbezüge kaum zu denken: Bei Andrea Crews modelt und werkelt die Musikerin Kumi Okamoto. Surface To Air kooperiert für seine Kollektionen mit Acts wie Justice, Kings Of Leon und Kid Cuti. Und Kitsuné ist im zweiten Kreativleben auch noch eines der angesagtesten Indie-Musiklabels – mit Housse De Racket als neuesten Models. Seit 2002 haben Gildas Loaëc und Masaya Kuroki (gemeinsam mit der Londoner Grafik-Agentur Åbäke) die Mode- und Musikwelt mit ihrem Label Kitsuné aufgewühlt: Indie-Dance zur Zeit und minimalistische Klamotten vereint unter dem Imprint des japanischen Fuchses.


Start
2002

Shops
Es gibt zwei eigene Flagship Stores in Paris. Im Herbst wird ein weiterer in Tokio eröffnet, im Frühjahr 2012 dann in New York. Das Label wird in 80 Läden weltweit angeboten, hauptsächlich in Asien: Japan und Korea, Singapur und Hongkong.

Angestellte
25 Festangestellte

Jahresumsatz
5 Millionen Euro

Ihr seid in Japan sehr verwurzelt, das Land ist euer Hauptabsatzmarkt. Wie wirken sich die aktuellen Entwicklungen für euch aus?
Gildas Loaëc: Wir befinden uns momentan im Stand-by-Modus. Es sind sehr harte Zeiten für die Japaner, aber es ist eine starke Gemeinschaft, die sicherlich zurückkommen wird. Für uns bedeutet das eine Verspätung unserer Pläne, in Tokio zu expandieren, aber ich bin mir sicher, dass wir das durchziehen – auch, da ich an die Japaner glaube.

Lass uns über den Anfang von Kitsuné reden.
Wir hatten einen Businessplan, aber trotzdem sind wir es langsam angegangen. Wir sind sehr zufrieden mit den Zahlen bislang, das passt alles für das Alter der Firma. Wir haben derzeit ein Wachstum von 200% im Jahr. Unser Problem ist also nicht das Wachstum, wir müssen vielmehr darauf achten, dass wir auf die richtige Art und Weise wachsen.

Es gibt ja mit Åbäke auch noch ein angegliedertes Grafikstudio, das in London sitzt.
Ja, sie machen alle Cover für das Label, arbeiten aber auch für andere Auftraggeber. Sie sind ein Teilhaber bei uns.

Stichwort Musik und Mode: Viele Modelabels flirten mit Musikaffinität, ihr aber bespielt beide Felder gleichwertig.
Wir wollen beides richtig machen: Modelabel und Musiklabel. Das eine darf nicht die Ausrede für das andere werden. Wir wollten von Anfang an einen Musikkatalog entwickeln, die Acts auf Festivals, in Magazine und ins Radio bringen. Und wir wollen jedes Jahr Kollektionen vorlegen, unsere Klamotten weltweit in die richtigen Läden bringen. Das Wichtigste bei beidem ist das Produkt. Wir machen ja keine Modelinie für die Leute, die auch unsere Musik hören – wobei wir es schätzen, wenn die Leute durch das eine auf das andere aufmerksam werden. Wenn die Bands unsere Kitsuné-Klamotten tragen, dann machen sie das freiwillig, weil sie ihnen gefallen.
Es gibt bis auf uns Besitzer keine Überschneidungen, was das Team angeht. Es arbeiten allerdings viel mehr für das Mode-Label als für die Musik-Seite, einfach, da dort mehr Man Power gefordert ist. Ein Modelabel ist ein richtiger Albtraum. Wenn man mal eine Modelinie konzipiert hat, ist ein Musiklabel eine angenehme Abwechslung.

Fortsetzung auf der nächsten Seite...


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aus Intro #194 (Jul/Aug 2011)
 
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