Labelwatch: Proportion
Die goldene Mitte
21.05.2010, 15:03, Text:
Katharina Poblotzki
Individualisten jagen nach Vintage-Ware, Normalsterbliche geben sich mit Stangenware zufrieden, und Anspruchsvolle schmeißen ganze Monatsgehälter für Designerteile raus. Das Kölner Label Proportion versucht sich in der Zusammenführung der Shopping-Haltungen und wählt den gut gekleideten Mittelweg, wie Katharina Poblotzki zu berichten weiß. Foto: Christoph Voy.
Robyn, dem Covergirl der aktuellen Intro-Ausgabe, ist nach Schlichtheit. Und so greift sie nicht nach den auffälligen Stücken, die für das Shooting auf der Styling-Kleiderstange drapiert sind, nach den bunten Prints mit glitzernden Fransen und silberner Lametta und den gefährlich engen Bodysuits, sondern nach einem Hoody von Proportion.
Die Grundidee des neu gegründeten Labels Proportion ist simpel und effizient: Wenig Farben sollen es sein, dafür raffinierte Schnitte für die aus reiner Baumwolle fabrizierten Stücke, die dem Körper Spielraum lassen. Designerin Alexandra Heckel betont, dass sie mit ihren Kollektionen nicht ins Exklusive abdriften wolle. Ihr geht es um stylish-raffinierte Designs für alle – und trotzdem soll die Individualität nicht den günstigen Preisen zum Opfer fallen. Nicht mehr als zehn bis zwanzig Exemplare pro Kollektionsstück bietet Heckel im Onlineshop an (www.proportion.me), wo Proportion exklusiv vertrieben wird.
Stilistisch auffällig ist die sehr durchlässige Trennungslinie zwischen Männer- und Frauenklamotten. Man trifft sich in der Mitte: Für Mädchen gibt es viel Weitgeschnittenes, die Jungs sollten eher schmale Schultern mitbringen, können sich aber, wenn es noch androgyner sein darf, auch gleich bei den Girls bedienen.
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