Rox
Kein Herz für Schulterpolster
21.05.2010, 14:41, Text:
Katharina Poblotzki
London ist immer noch das härteste Modepflaster Europas – die weirden Looks der Brick Lane verweisen die Streetstyles von Berlin, Paris und Reykjavík mit Leichtigkeit auf die Plätze. Die Londoner Soul-Sensation Rox kümmert das allerdings herzlich wenig, wie Katharina Poblotzki erfahren durfte. Foto: Tara Darby.
Die Sängerin kann nämlich mit dem harten, übertriebenen Stil ihrer Heimatstadt, der die Schönheit des Ausdrucks allzu oft der Überkreativität opfert, nichts anfangen. Da bleibt sie lieber kurzhaarig und auch dressmäßig auf dem Boden.
Was geht denn gar nicht an aktuellen Trends aus London?
Ich stehe gar nicht auf diesen Schulterpolster-Weirdo-Look, den werde ich definitiv weiterhin vermeiden! Meine Style-Inspirationen kommen von Lauryn Hill, Frida Kahlo und Lisa Bonet!
Wie hat dich dein iranisch-jamaikanischer Background geprägt?
Ich denke, meine Liebe zu allen erdigen und natürlichen Materialien kommt in der Tat von meiner iranischen wie auch meiner jamaikanischen Seite.
Was hat London zu deinem Style beigetragen?
Well, mit 13 war ich ein South London Rude Girl, mit ans Gesicht gegelten Haaren, so tight, wie es nur irgendwie ging – das betonte meine orientalischen Augen! Dazu trug ich damals immer ein Paar hässliche Nike-Turnschuhe. Mit 15 wurde ich zum Skater-Girl – konnte aber natürlich nicht skaten. Dafür hatte ich Baggy Jeans, aus denen die Unterhose raushing, Converse-Schuhe und einen Riesen-Afro! So mit 19 mutierte mein Look langsam gen Pin-up-Modell/Showgirl. Das sah ziemlich glamourös aus. Aber auch das wurde mir schnell langweilig. Ich frage mich, wie viele Mode-Phasen ich wohl noch durchmachen muss ...
Rox „Memoirs“ (Beggars / Rough Trade / VÖ 04.06.)
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