
rbk
I am what I am
25.04.2006, 13:14, Text:
Sebastian Grebel,
Sebastian Grebel
Was haben sie zuerst gelacht. Reggaeton? Was soll das sein? Spanischsprachiger Rap, lateinamerikanische Rhythmen, Reggae- und Dancehall-Einflüsse. Na und? Daddy Yankee ließ sich davon nicht verunsichern. 1.000.000 verkaufte Platten später (allein in seinem Heimatland Puerto Rico!) ist klar: Er lacht zuletzt. Als einer der wichtigsten Protagonisten dieses Genres, dessen Anfänge in die frühen 90er zurückgehen, hat er nacheinander Nordamerika, Europa und Japan überrollt. Als zwischenzeitlicher Endpunkt rotierte sein Hit “Gasolina” im Sommer des vergangenen Jahres auch bei uns an den Spitzen der Charts.
In der Vergangenheit hat sich rbk als Streetwear-Marke von Reebok mit den ganz großen Movern und Shakern an einen Tisch gesetzt: Nicht jeder kann auf Jay-Z, 50 Cent oder Pharrell Williams bauen. Alle drei haben sich kontinuierlich weiterbewegt auf ihrem Weg. Jay-Z firmiert mittlerweile als Labelchef, 50 Cent hat sich längst von seinen Mentoren Eminem und Dr Dre emanzipiert, Pharrell scheint seine unzähligen Unternehmungen in 48-Stunden-Tage hineinzupressen. Diese Künstler eint ein unbezwingbarer Wille zu Individualität, sie ecken oft an, lassen sich jedoch nicht von Konventionen abhalten. Fast schon zwingend logisch, dass die drei mit einem Weltkonzern wie Reebok kollaborierten. Doch nun scheint man sich im Hause rbk ein wenig umzuorientieren.
Nun werden nämlich die Nachfolger dieser big Names im Rahmen der im März gestarteten neuen Kampagne “I am what I am” präsentiert. Neben dem erwähnten Daddy Yankee konnte rbk sich aktuell die Zusammenarbeit mit Pflaster-HipHopper Nelly und dem in den Staaten bereits omnipräsenten charismatischen Skateboarder Stevie Williams sichern. “Ich liebe Sneakers und hatte schon immer den Wunsch, Sneakers zu entwerfen und zu tragen, die hundertprozentig meinem Stil entsprechen”, äußert sich Nelly. Wer einen Blick auf diese Sneakers wirft, dem wird klar: das ist kein fremddesignter Schuh. Nelly selbst setzte sich mit seinen Vorstellungen durch und sorgt für einen authentischen Look, der die Ernsthaftigkeit der Kampagne “I am what I am” deutlich macht. Gleichzeitig bemüht sich das Unternehmen, die Käufer am Entstehungsprozess teilhaben zu lassen. Auf der Homepage www.rbk.com sind eine ganze Reihe Features bereitgestellt: Da wären zunächst die selbst produzierten Videoportraits der rbk-Künstler und Sportler, die diese in neuem Licht erscheinen lassen. Darüber hinaus zeigen “Behind the scenes”-Aufnahmen, wie sich ein Nelly hinter den Kulissen verhält, wie die mittlerweile durch KanYe West zu Berühmtheit gekommene HipHop-Geigerin Miri Ben-Ari – eine weitere rbk-Künstlerin – vor der Kamera agiert.
Doch rbks Engagement greift noch weiter in die Subkulturen hinein: Mit dem Streetskater Stevie Williams hat sich der drittgrößte Sporthersteller der Welt auch erstmals einer neuen Kultur geöffnet. Williams, an der Spitze dieser Bewegung, war direkt am Designprozess der Reihe “Dirty Ghetto Kids” (DGK) beteiligt. Sein athletischer Stil zieht in den USA gern die Beschreibung “Allen Iverson des Skatens” nach sich. Welch Zufall: Auch der berühmte US-Basketballer findet sich im illustren Kreis der rbk-Kollaborateure. Und so schließt sich auch für Williams der Kreis: “Mein ganzes Leben dreht sich um Skating. Reebok hat das absolut begriffen. Gibt es etwas Cooleres, als Teil eines Teams zu sein, zu dem auch Künstler wie 50 Cent, Jay-Z und NBA-Stars wie Allen Iverson gehören?”
Es wird deutlich, dass Reebok sich bemüht, ein ausgewogenes Roster zu erstellen und nicht nur auf Nummer sicher zu gehen. Der Plan geht auf. Im problematischen Feld der Zusammenarbeit zwischen weltweit agierenden Konzernen und autarken Künstlern wie selbstbestimmten Sportlern hat Reebok einen stimmigen Weg eingeschlagen, der sich für beide Seiten auszahlen sollte. Und für die Verbraucher sowieso.
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