Lacoste

Unverwüstliches Reptil

25.04.2006, 13:12, Text: Heike Müller, Heike Müller

Sie sind Relikte aus der Urzeit, leben in Sümpfen, Savannen und sogar in der Sahara. Sie lassen ihr Leben für Handtaschen und Steaks, baden in Pools verschreckter Amerikaner und werden in Zoos und Badewannen gehalten – von wo sie entfleuchen in Badeseen. Sie zieren aufgestickt und weltbekannt die Kleidung eines traditionsreichen Sportswear-Herstellers. Die Rede ist von Krokodilen, klar.

Am 21. März starb in Paris der Mann, der dem Krokodilemblem zu Weltruhm verhalf: Bernard Lacoste. Bereits im September letzten Jahres übertrug er die Geschäfte seinem Bruder Michael. 1963 übernahm Bernard das Unternehmen seines Vaters René, das der französische Tennisstar dreißig Jahre zuvor gegründet hatte.

In über 40 Jahren an der Firmenspitze steigerte Bernard den Absatz der Sportkleidung von 300.000 auf fast 50 Millionen Stück im vergangenen Jahr.

Die Erfolgsgeschichte des Krokodils begann 1933, als René Lacoste beschloss, das perfekte Hemd für den Tennissport herzustellen: das legendäre “12.12 Polo” aus Petit-Piqué inklusive augenfälligem Logo auf der Brust (das er ganz einfach von seinem Spitznamen ableitete). Zierten die grünen Beißerchen zunächst nur Polos, gesellten sich bald Kappen, Schuhe und vieles mehr zu der Produktpalette. Die Reptilien verirrten sich aber auch auf fremder Herren Kleidung: Lacoste wurde zu einer der am häufigsten imitierten Textilmarken der Welt. Könnte das Krokodil doch manchmal ordentlich zuschnappen. Es nimmt dies jedoch nach Lacoste-Manier sportlich, gibt sich zäh, schlicht und edel und schwimmt in 110 Ländern obenauf.



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aus Intro #138 (Mai 2006)
 
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