Rip Curl

Gummifetischismus

27.03.2006, 12:56, Text: Andreas Grüter, Andreas Grüter

Es hat sich jede Menge getan in der Surf-Hardwareszene, seit der Kalifornier Jack O'Neill als Vorreiter einer heutzutage technisch höchst versierten Boardbekleidungsindustrie Mitte der Fünfzigerjahre damit begann, Kälte-resistente Allwetterstyles für Ausdauersessions am Point-Break zu entwickeln. Während die ersten handgenähten Pieces noch aus einer Kombination aus alten, mit Öl imprägnierten Army-Overalls und im Layeringsystem getragenen Sweatern und Unterwäsche bestanden, revolutionierte eine für US-Kampftaucher entwickelte Stofftechnologie die Welt des Wellenreitens. Das Zauberwort hieß Neopren, wurde wahlweise zu Komplettanzügen, Long Johns oder Shorties verarbeitet und ist auch heute, nach unzähligen technologischen Detailforschungseinheiten und Modifizierungen, immer noch der Stoff, dank dem sich selbst in den kältesten Gewässern der Traum des endlosen Sommers bewahrheitet.

Rip Curl, 1968 als Boardshaper-Werkstatt im australischen Torquay gegründet, gehört seit den frühen Siebzigerjahren zu den findigsten und erfolgreichsten Vertretern der Branche.

Sie verpassten dem traditionell dezent in Schwarz gehaltenen Funktionalwerkzeug Wetsuit als weltweit erste Brand mittels grell kombinierter Farbelemente eine gewisse Fashionaffinität. Ein Ansatz, an dem das Label in allen Segmenten seines Kollektionsprogramms festhält, und so verwundert es kaum, dass sich die Firma mittlerweile mit Quiksilver, Billabong und O'Neill unter den ganz Großen des Fachs befindet. Mit zwei neuen Modellen (mit Materialstärken zwischen zwei und fünf Millimetern) liegt nun seit dem 14. Februar die aktuellste Neopren-Generation in den einschlägigen Shops - und die kann sich in Sachen Featurefreudigkeit durchaus sehen lassen. So überzeugt der \"E-Bomb\" mit extrem leichter und elastischer Verarbeitung, die, basierend auf der neuen Elastomax2-Technologie, einen hohen Grad an Bewegungsfreiheit gewährleistet, während der \"F-Bomb\" mit der ebenfalls frisch patentierten Fireskin-Fütterung vor allem im kalten Wasser vor Unterkühlung schützt und zudem mit funktionalen Details wie versiegelten Nähten, wasserdichten Zippern und eingelassenen Finnenschlüsseltaschen überzeugt.

www.ripcurl.com



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aus Intro #137 (April 2006)
 
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