Katharine E Hamnett

Stilvoll verantwortungsbewusst

25.10.2005, 12:40, Text: Klaas Tigchelaar, Klaas Tigchelaar

Gutes tun und dabei gut aussehen ist die Devise der Anti-Globalisierungsfraktion aus der Modebranche. Öko-Schick soll seinen Kratzig-haarig-Charme endgültig ablegen. Neben Marktgrößen wie American Apparel, dessen Gründer Dov Charney zu fairen Löhnen in L.A. produzieren lässt und sich damit ein sauberes Image verpasst hat, suchen auch viele kleine Labels den fairen Weg zum ethisch und ökologisch verantwortlichen Dress. Vorneweg die Londoner Designerin Katharine Hamnett. Seit Gründung ihres eigenen Modelabels 1979 versucht sie kontinuierlich, politische und ökologische Aufklärung mit Mode zu verknüpfen. Legendär ihr Besuch in der Downing Street No.

10 im Jahr 1984, wo sie Margaret Thatcher mit ihrem \"58 % Don't Want Pershing\"-T-Shirt vor der anwesenden Presse desavouierte. Hamnett propagiert umweltfreundliche und langlebige Kleidung, gegen den Widerstand der Textilindustrie, und setzt sich dafür ein, die Bedingungen für all jene zu verbessern, die an der Herstellung beteiligt sind.

Das Umdenken wird laufstegfähig. Die erste \"Ethical Fashion Show\" fand letztes Jahr in Paris statt, Anfang des Jahres gab es das \"Re:fashion\"-Event der Anti-Apathy-Gruppe. Daran nahmen neben Hamnett auch die Designer von Monorex, Junky Styling, THTC und Worn Again teil. Und ab Sommer 2006 wird es unter dem neuen Label Katherine E Hamnett (das E steht dabei für \"ethical and environmental as we can get it\") eine Kollektion geben, die sich an der Maximierung der umweltfreundlichen und ethischen Aspekte versucht.

\"New cool, old posh (not eco-look). Sophisticated fashion essentials that are incidentally environmental\", heißt es dazu in einer Ankündigung. Verwendet werden ausschließlich pestizidfreie Wolle aus ökologischem Anbau, chromfreie (also nicht mit Chromsalzen gegerbte) Lederwaren und dauerhafte Accessoires, hergestellt in der EU und in ethisch und umwelttechnisch geprüften Fabriken in Indien. Fünfzehn Prozent des Nettogewinns gehen dabei an die eigene Stiftung, die verschiedene soziale und ökologische Projekte unterstützt und Bauern dazu anleitet, pestizidfreie Baumwolle anzubauen. Den Anfang macht eine Herrenkollektion in Form von \"key fashion essentials\" (von Chinos bis T-Shirts) und Anzügen aus pestizidfreier, tasmanischer Merino-Schurwolle, zunächst erhältlich über den Onlineshop (www.katharineehamnett.com). Weitere Stücke, Accessoires sowie eine Damenkollektion sollen folgen.



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aus Intro #133 (November 2005)
 
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