G-Star by Marc Newson

Workwear im Remix

27.09.2005, 16:05, Text: Jan Kedves, Jan Kedves

Was dem Major-Charts-Act sein Remix von einem coolen Underground-Produzenten, ist der Jeans- oder Sportswear-Marke ihre Nebenlinie von einem hochangesehenen Designer. Umbro by Kim Jones, Y-3 (Yohji Yamamoto) für Adidas, Puma by Mihara Yasuhiro, Marc Jacobs für Vans, Paul Smith für Burton, Karl Lagerfeld für H&M und so weiter: In den letzten Jahren wurde das Prinzip des kleinen Design-Seitensprungs von High Fashion zu Street Fashion immer populärer. Auch wenn dabei manchmal gar nicht mehr so klar war, wer sich da eigentlich in wessen Glanz sonnt.

Auch G-Star, die Jeans- und Workwear-Marke aus Holland, die unter ihrer Trademark \"Raw Denim\" seit mittlerweile fast zehn Jahren mit bisweilen hochinteressanten Schnitten den amerikanischen Jeans-Marken die Stirn bietet, hat nun eine solche Seitenlinie.

Designt von Marc Newson, der - und das ist das Interessante daran - eigentlich gar kein Modedesigner ist, sondern eine Kapazität auf dem Gebiet des Industrial-Design. Neben Parfümflaschen, Türklinken, Fahrrädern und Restaurant-Interieurs hat der in London lebende Australier auch schon Business-Class-Flugzeugsessel gestaltet, und das meist in einem cleanen, futuristischen, aber doch nicht allzu entmenschlichten Look. Sein \"021C\"-Concept-Car für Ford könnte man kennen, und auch die chromblitzende, wulstige Chaiselongue, auf der sich 1992 Madonna in ihrem \"Rain\"-Video räkelte, stammte von seinem Reißbrett.

Für seine zweite G-Star-Kollektion hat sich Newson nun Standards der Workwear - Kapuzenpullis, T-Shirts, Dachdeckerhosen - vorgenommen und sie mit gummierten Arm- und Knieflecken kombiniert. Ein anderes großes Thema: Overalls. Ein schwieriges Thema, fürwahr, haben Overalls doch seit Lilo Pulver in der \"Sesamstraße\" und dem großen Schwarzen vom \"A-Team\" nie wieder so richtig Boden unter die Füße bekommen. Newson spornt das gerade an: Er schneidert sie aus schwarzem und dunkelblauem (ungewaschenem!) Denim, in einem nicht zu sackigen Schnitt, und spendiert ihnen weiße Taschen- und Bund-Einfassungen. Schick!

Falls dadurch Overalls im Straßenbild doch nicht ihr großes Comeback erleben sollten, war's dann wie schon bei manchem Underground-Remix für einen Major-Act: eigentlich wegweisend, auf dem Dancefloor aber leider doch eher selten eingesetzt.

www.g-star.com, www.marc-newson.com



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aus Intro #133 (November 2005)
 
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