
Dong
Fake Fashion Fanzine
28.06.2005, 11:26, Text:
Jan Kedves,
Jan Kedves
Schwarz-weiß kopiert und getackert: Auf den ersten Blick macht Dong für ein Modemagazin ziemlich viel falsch. Auch beim Durchblättern: kein Gossip, keine In/Out-Listen, keine heißen Trends. Dong interessiert sich nicht dafür, dass Raf Simons als neuer Designer bei Jil Sander gehandelt wird, und auch nicht dafür, dass Dolce & Gabbana kein Paar mehr sind. Wofür sich Dong interessiert, ist, die Logo- und Imagehörigkeit des Modegeschäfts auf die Schippe zu nehmen.
So parodiert Dong (www.dongmag.de), ein als Kunstprojekt gestartetes Fashion-Fanzine aus Berlin, in seiner zweiten Ausgabe eine Reihe bekannter Anzeigenmotive.
Gewissermaßen stellt Dong, das halbjährlich erscheint, für den Modejournalismus also das dar, was Weird Al Yankovic in den 80ern dem Popbusiness war: ein ungebetener Gast, der auf der Party mittanzt und dabei die Choreografie zerlegt. Sogar an einen passenden Artikel für ihr Heft haben die Dong-Macher gedacht: Weiß man bei anderen Periodika nie so recht, ob man sie nun als \"der\", \"die\" oder \"das\" bezeichnen soll, schließt Dong mit einer Meditation über ebendiese Frage: \"Das Dong ist falsch! Weil es heißt ja sowohl der Dung als auch das Ding, daraus folgt, dass für Dong nur die übrig bleibt.\" Das leuchtet doch ein.
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