
Herr von Eden
Jenseits vom Herrn
25.02.2005, 12:32, Text:
Silke Hohmann,
Silke Hohmann
Im Leben von Bent Jensen gibt es zwei Motoren: Der eine ist die Leidenschaft, der andere das schlechte Gewissen. \"Warum schlechtes Gewissen?\" könnte man da fragen. \"Der Mann macht die schönsten Anzüge weit und breit, man sollte ihm gratulieren, statt eine Augenbraue skeptisch nach oben zu ziehen wie ein englischer Lord!\" Schon, aber das kam ja so: Als Bent Jensen zur Schule ging, kleidete er sich gern in gut geschnittenen Anzughosen und Hemden. Dazu ging er in den Secondhandladen, später wurde er Inhaber eines solchen. Das schlechte Gewissen sagte bald: Du hast dein Abitur nicht gemacht, um Altkleider zu verkaufen. Stimmt, sagte er und entwarf einen Anzug - den besten, den er sich damals vorstellen konnte: schmale Hose, klassisches Revers, drei Knöpfe, einmal in Schwarz, einmal in Weiß, und hängte ihn ins Schaufenster seines Ladens in der Hamburger Marktstraße.
Berlin, Alte Schönhauser Straße 7
Kopenhagen, Larsbjörnstraede 15
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