
Muse
Interview - Uncut
09.06.2006, 16:19, Text:
Peter Flore
[2 Kommentare]
Intro: Ich hatte heute morgen die Chance, euer Album im Rahmen einer Listening Session zwei-dreimal zu hören. Die Eindrücke sind also noch frisch. Würdest Du es als Kompliment nehmen wenn ich sage, dass ich bei einigen Stücken gar nicht auf Anhieb erkannt habe, dass es sich um ein Muse-Album handelt…?
Matt Bellamy, Muse-Sänger: Ja, denn wir wollten uns verändern. Jeder Song sollte etwas anders sein als alles, was wir davor gemacht haben. Ich denke aber, dass es vor allem produktionstechnisch eine Abkehr von früherem Material geworden ist. Der Sound ist ein anderer. Würden wir die Songs im Proberaum spielen, etwas rauer, würden sie wieder mehr nach Muse klingen.
War das denn eine bewusste Entscheidung, den Sound derart zu verändern?
In der Tat. Wir wollten unser Wissen erweitern, vor allem im Bezug auf die Produktionstechnik. Wir wollten interessanter werden.
Lag das an Rich Costey, dem Produzenten?
Nein, wir haben das Album gewissermaßen zusammen produziert. Wir dachten, mit dem vierten Album ist es an der Zeit, einen anderen Aspekt von Muse zu zeigen. Viele Elemente des neuen Albums waren schon immer ein Teil von Muse, wir haben es nur nicht geschafft, diese auch auf den vorangegangenen Alben heraus zu arbeiten. Jetzt ist uns das gelungen.
Vor knapp zwei Monaten, das neue Album befand sich gerade im Mix, las' ich ein Posting auf eurer Webseite, das damals auf mich wie reines Kauderwelsch wirkte. Ihr spracht davon, dass es auf dem Album zu einem Menage-À-Trois mit Prince, R2-D2 und der Queen kommt. Jetzt verstehe ich diesen Wink allerdings besser, die Einflüsse - von Prince bis Queen - sind ja überaus deutlich…
\"Supermassive Black Hole\", ja [lacht]. Wir hatten schon immer dieses Groove-Element, haben es aber nie richtig umsetzen können. Zuvor hatten derartige Riffs immer ein wenig nach Rage Against The Machine geklungen. Dann haben wir einen Drum-Beat ausprobiert, einen elektronischen Beat, den Dom kreiert hatte. Das hat dem Ganzen dann eine völlig neue Richtung gegeben. Es ist eigentlich ein Heavy-Blues Riff, aber der Elektro-Beat inspirierte mich dann zu einer ganz anderen Vocal-Performance. Daher dann diese Funk Vocals. Auf unserem zweiten Album ist ja ein Song namens \"Microcuts\", auf dem ich Falsett singe. Das wollte ich unbedingt wieder machen, allerdings weniger opernhaft.
Dieser Nonsense in eurem Internet-Posting, fasst der nicht auch ganz gut zusammen, worum es bei Muse geht? Kreativ zu sein, das Unmögliche möglich machen - anything goes?
Diese etwas seltsam anmutenden Wörter und Ausdrücke ist eigentlich genau die Art und Weise, wie wir uns untereinander unterhalten. Wir lieben es, in den hintersten Ecken und abgelegensten Orten zu stöbern. Denn da stolpert man manchmal über sehr interessante Dinge.
1 | 2 | 3 | 4 | ... weiterlesen »
Artikel kommentieren
@pflore folgen
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren [2]- Mehr Forumsdiskussionen
Florence Nightingale 09.06.2006 | 21:48:37
schön, zu erfahren, daß m. bellamy nun endgültig wahnsinnig geworden ist. sowas freut einen bei solch tollen künstlern ja immer.
ich mag den matt, er ist ein richtiger kleiner troll... :)

