
Download legal
Im Schatten von Radiohead
24.01.2008, 12:05, Text:
Martin Riemann
[15 Kommentare]
Wer hätte vor wenigen Jahren gedacht, dass die revolutionäre Compact Disc schon mit knapp 25 Jahren von der Frührente bedroht sein würde? Wie ein Damoklesschwert hängt das Downloading, legal und illegal, über der unsteten Branche. Martin Riemann reiste für uns durchs Land und fragte nach, auch zum neuen Radiohead- Album 'In Rainbows', das zunächst nur als Download erhältlich war.
Radiohead sind immer bestrebt, unsere Welt zu verbessern, neuerdings auch mit neuen Geschäftsmodellen. Bei ihrem neuen Album 'In Rainbows' konzentrieren sie sich vor allem auf Business-Innovationen: Es war seit dem 10. Oktober erhältlich, allerdings nur digital über ihre eigene Webseite www.inrainbows.com. Alles, was man brauchte, war eine Kreditkarte. Den Preis konnte der Kunde selbst bestimmen: Auch null Euro waren (abseits der Kreditkartengebühren) eine Option.
Die Strategie ging trotz des Wagnis’ auf: Die Band stiftete ein weltweites Kollektiverlebnis, als Hunderttausende Fans gleichzeitig bestellten – mit dem Ergebnis, dass von ca. sechs Millionen Dollar Reingewinn für die Band die Rede ist. Hinzu kamen die Einnahmen der im Dezember erschienenen Discbox, die ebenfalls nur über die eigene Webseite erhältlich war.
Inhalt: das Album als Doppelvinyl und CD für knapp 60 Euro. Den Deal mit XL Recordings für die \"normale\" Veröffentlichung schlossen die Briten erst danach ab. Es scheint also, als würde sich das Vertrauen, das die Band in ihre Kunden setzt, auszahlen. Und da alles so gut läuft, soll nun auch der Soundtrack, den Keyboarder Johnny Greenwood für den neuen P.T.-Anderson-Film 'There Will Be Blood' komponiert hat, als Livestream frei zugänglich gemacht werden.
Radiohead sind nicht die Einzigen, die auf neue Strategien setzen. Madonna sagte zuletzt ihrer Plattenfirma Warner zugunsten einer Konzertagentur Adieu, und Prince legte sein aktuelles Album 'Planet Earth' der britischen Zeitung Mail On Sunday gratis bei – und strich so nicht nur reichlich Mechanical Rights ein, sondern generierte sich zudem ein ganz neues Publikum für ein mehrwöchiges Gastspiel in London.
Kurzum: So langsam dünkt es jedem, der Stand der CD wird dramatisch schlechter. Fnac beispielsweise, Frankreichs größte Kette für Unterhaltungsprodukte, hat sein CD-Sortiment bereits restlos gestrichen und vertreibt Musik nur noch über das hauseigene Downloadportal. Und immer mehr Labels setzen dieser Tage auf MP3-only Veröffentlichungen.
Das Drama mit DRM: mp3.de
Aber ist der Download wirklich schon die Alternative zum physischen Markt? Laut Marktforschungsinstitut Media Control werden bereits 60 % aller in den Charts platzierten Singles über das Internet verkauft, 2007 wurden 26,4 Millionen Songs kostenpflichtig runtergeladen. Doch profitieren neben Castingshow-Bands, DJ Ötzi und durch Werbespots gepushte Oldies wie die Rolling Stones auch andere Musiker von dem angeblichen Boom? Laut Robert Mendez, Geschäftsführer von mp3.de, ist momentan \"nur jeder nicht verkaufte Download ein guter Download\". Das klingt verwirrend, aber Mendez hat auch eine Erklärung für dieses Statement parat: \"Weil die Einkaufspreise zu hoch sind. Allein die Entwicklungskosten für das DRM sind eine Katastrophe!\"
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addictedTOchocolate 02.02.2008 | 14:11:39
"Es wird eher so sein, dass man in der Zusammenarbeit mit Markenartiklern Geld verdienen wird, nicht mehr mit dem Verkauf an den Endkonsumenten."
Sehe ich ähnlich.
Die Monokultur-Variante [Digital-Only] finde ich ziemlich bescheiden. Wenn möglich, sollte man einfach alles nutzen/ anbieten. Jedes Format hat seine Vor- und Nachteile bzw. Reize. Da ich alles nutze & mag, bin ich für liebevolle MP3, CD & Vinyl Releases. Egal ob nun Single, EP oder Album. Hauptsache qualitativ hochwertig. Dafür gebe ich gern Geld aus. Aber für Schrutz (schlechte Pressungen, DRM MP3 oder Loudness-War-CDs) mache ich meine Geldbörse nicht auf.
hansmoleman 02.02.2008 | 14:43:29
...behaupte ich mal so.
für mich ist das alles nur ein zwischenstadium. mp3 ist einfach minderwertige qualität und eignet sich nur zu präsentationszwecken. wenn man sich von formaten wie cd und vinyl verabschiedet und zu reinen daten wechselt, braucht es für mich etwas, was einen für das fehlende artwork entschädigt. weiterhin gibt es aber noch probleme, die nicht gelöst sind: dass man eine riesen-musiksammlung verlieren kann, wen die festplatte mal abschmiert, ist für mich immernoch ein argument für handliche wechselmedien. desweiteren befürchte ich, dass es eine art "kulturverlust" gibt, wenn man sich vom album-format trennt. ein von vorne bis hinten durchkomponiertes album ist ein wert für sich - wäre schade wenn das verschwinden würde.
Zugast 02.02.2008 | 15:09:43
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mp3 ist einfach minderwertige qualität und eignet sich nur zu präsentationszwecken.
du glaubst auch jeden stuss, oder?
Kotlappen 02.02.2008 | 15:13:43
*seufz*
hansmoleman 02.02.2008 | 15:17:32
...behaupte ich mal so.
nein, aber du offensichtlich...
Zugast 02.02.2008 | 15:21:06
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wo ist das für dich offensichtlich?
hansmoleman 02.02.2008 | 15:23:53
...behaupte ich mal so.
das ist ebenfalls offensichtlich. und den rest diskutier bitte mit 'ner schrankwand aus...
Zugast 02.02.2008 | 15:26:02
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oh, "kulturverlust" ich hoer dir trapsen...
Dremmdremmplemm 02.02.2008 | 15:26:58
Zugasts Mudder hat angerufen, er soll sofort nach Hause kommen
Zugast 02.02.2008 | 15:36:48
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Hmmm, Mutti hatte vorhin noch gesagt das sie sich erst um 16h treffen will um mir zuerklären wie man Daten auf DVDs sichert. Jetzt fühle ich mich auch wie in einer Zwischensitutation. Hmmm.
racho78 02.02.2008 | 15:59:38
Was für ein weinerliches Statement von Norbert Rudnitzky am Schluss. "Generationen-Vertrag", haha.
BadBrain 03.02.2008 | 04:29:31
zack! regierung gestürzt.
na ich hoff, mama erklärt dir auch, wie du das drm umgehst. und wie man die dvd lagert, dass sie auch anständig lange hält.
ich weiß zwar auch nicht, welche präsentation das sein soll. mp3s in der disko klingen ja zumeist eher mistig, aber geb den herrn schokolade und hans recht, dass mp3 nicht unbedingt a weapon of choice ist. eher son bonbon obendrauf für den mp3-player unterwegs.
ich fands schön, dass to rococo rot einfach auf das cd-release verzichten. das ist meines erachtens wirklich konsequent. aber ich will jetzt auch nicht die vinyl vs cd kiste öffnen...
guter artikel!
hansmoleman 03.02.2008 | 16:07:35
...behaupte ich mal so.
"präsentation" war im den sinne gemeint, als dass sich das format bestens eignet, um seine musik im netz erstmal bekannt zu machen, sei es auf der eigenen seite, myspace oder diversen blogs. radiohead war ja auch so ein beispiel, wo man sich das album eben schonmal als mp3 anhören konnte (quasi gegen spende oder auch nicht), bevor es käuflich zu erwerben war. zwischen der qualität dieser 196 mbt-mp3 und die der cd lagen ja nochmal welten, und das selbst bei meinen scheiss boxen.
Zugast 03.02.2008 | 17:05:54
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"präsentation" war im den sinne gemeint, als dass sich das format bestens eignet, um seine musik im netz erstmal bekannt zu machen
Nur zu!


