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Grafische Sammlung / Museum Ludwig

Schlichte Sachlichkeit

19.08.2010, 17:37, Text: Thomas Venker

Die von Kuratorin Julia Friedrich herausgegebene und von Carmen Strzelecki gestaltete und verlegte Reihe zur Grafischen Sammlung des Museum Ludwig setzt auf Understatement.
 
Eine weise Entscheidung angesichts der in den bislang erschienenen acht Bänden präsentierten Arbeiten von Gerhard Rühm, Georg Baselitz, David Shrigley, Gerd Arntz, Thomas Schütte, Carroll Dunham, Sigmar Polke und Louise Bourgeois. Genauso verhält es sich mit den begleitenden Essays, die nie zu interpretativ freestylen, sondern die Künstler in einer angenehmen Sachlichkeit einführen und positionieren und so deren Arbeiten die großen Gesten überlassen.



Und das Schöne – wie immer, wenn man Dinge in einem sich ergänzenden Kontext betrachtet –: Plötzlich sprechen sie miteinander: die Künstler, die Werke, die Arbeitsweisen. Scheinen die „zwei Pole, zwischen denen sich das Leben bewegt“, „die Ambivalenz von Geborgenheit und Abhängigkeit“, wie es im Band zum Werk der vor Kurzem verstorbenen französischen Ausnahmekünstlerin Louise Bourgeois heißt, mit Sigmar Polke zu kommunizieren. Aus dessen Werk spricht die Lust an der schemenhaften Welt zwischen den Polen, am gewitzten Infragestellen von klaren Zuschreibungen, sei es der Dichotomie aus Kopie und Original, der Grenzziehung zwischen Hoch- und Populärkultur oder des Gegensatzpaares Professionalität und Dilettantismus.

Demnächst erscheint der neunte Band zu Lucy McKenzie.
www.strzelecki-books.com
/ www.museum-ludwig.de
 

 
 



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aus Intro #185 (September 2010)
 
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