What's up?

David Shrigley

24.10.2007, 10:15, Text: Thomas Venker

In \"Hallam Foe\", diesem tollen neuen schottischen Film, für den du Booklet und Plakat gestaltet hast, sieht man in einer Szene eine Hand zeichnen - ist das deine?
Ja. Sie dachten, es sei lustig, wenn ich stellvertretend für die Hauptrolle zeichnen würde.

Als dein Album ohne Musik, \"Worried Noodles\", herauskam, sprachst du davon, dass es keine Pläne für eine musikalische Umsetzung der Texte und Zeichnungen gebe. Was brachte dich letztlich doch dazu?
Als ich davon sprach, dass es keine Pläne gibt, meinte ich nicht, dass es nicht passieren kann. Aber du hast recht, ich selbst hatte das nicht vor und wäre nicht drauf gekommen. Aber als Tomlab damit ankamen, machte es Sinn für mich - ich hätte allerdings nie geglaubt, dass daraus so was Großes werden könnte.


Tomlab haben ja viele Musiker für das Projekt kontaktet - und keiner hat abgesagt. Sind das nicht enorme Streicheleinheiten für dein Ego?
Nun ja, ich glaube, die Geschichte stimmt so nicht ganz. Ein paar Leute haben schon abgesagt, aber nicht, da sie keine Lust, sondern schlichtweg keine Zeit hatten. Oder zumindest rede ich mir das so schön. Anyway, es hat mir sehr geschmeichelt, dass so viele Leute dabei sein wollten.

Mir gefällt die Breite der Auswahl. Die reicht von echten Celebritys wie David Byrne, dem erwartbaren Strang an Tomlab-Künstlern bis hin zu heißen Acts der Stunde wie Hot Chip. Hast du die ausgewählt?

Einen Teil der Künstler habe ich selbst ausgesucht; die aber auch wohl deswegen, da ich sie kannte und mir so leichter vorstellen konnte, dass sie mitmachen würden. Franz Ferdinand und Aidan Moffat sind beispielsweise Leute, die ich sehr gut kenne. Wen ich mir sehr stark gewünscht habe, war Hazil Adkins, aber leider konnte er nicht dabei sein. Da er tot ist.

Welche Zusage hat dir am meisten bedeutet?
Alle. Wobei die von Franz Ferdinand besonders toll war, da sie die Letzten waren, die ihr Stück angeliefert haben - und sie mussten sich die Zeit wirklich freischaufeln für mich.

Wie fühlt es sich denn an, wenn andere Leute musikalisches Leben in die eigenen Worte bringen? Haben sie die Atmosphäre deiner Texte getroffen?
Es war seltsam, als ich die Songs zum ersten Mal gehört habe. Ich habe damals, als ich sie schrieb, ja nicht damit gerechnet, dass sie mal in Musik umgesetzt würden. Eigentlich waren sie ja nur Songs, da ich sie eigenmächtig so genannt habe. Ich hätte sie damals ja auch Gedichte nennen können, dann wäre ...

An dem Song von Tussle bist du auch als Musiker beteiligt. Wie kam das zustande?
Ich habe zu Hause ein Ministudio, in dem ich auch die Stimme für die Spoken-Word-Platte, die ich letztes Jahr produziert habe, aufnahm. Und so habe ich auch diesmal den Text aufgenommen. Ich habe Tussle nie getroffen.

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aus Intro #155 (November 2007)
 
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