Peter Jackson / In meinem Himmel
Wenn wir einmal schlau und tot sind
25.01.2010, 12:34, Text:
Emanuel Bergmann
Peter Jackson müht sich redlich, das Leben vor dem Tod mit ansehnlichem Popcorn-Kino zu versüßen. Sein Film "In meinem Himmel" widmet sich der jenseitigen Perspektive. Emanuel Bergmann traf den Regisseur von "Braindead" und "King Kong" ganz und gar leibhaftig.
Mr. Jackson, wie würden Sie ihren Stil definieren?
Ich habe in meiner Karriere sehr viele verschiedene Arten von Filmen gemacht. Ich weiß nicht unbedingt, ob ich einen Stil habe, an den ich mich halte. Ich habe Angst, mich zu wiederholen, ich bin immer auf der Suche nach etwas Neuem. Bei einem Projekt ist mir in erster Linie wichtig, dass es meine Leidenschaft entfacht. Immerhin muss man für einen Film zwei oder drei Jahre seines Lebens aufwenden. Was mich antreibt, ist der Wunsch, den fertigen Film zu sehen. Ich sehe den Film immer schon sehr früh vor meinem inneren Auge. Ich verliebe mich immer mehr in diesen Film und versuche das, was im meinem Kopf ist, im Laufe der Dreharbeiten auf die Leinwand zu übertragen.
Kinder und Comicfans weltweit freuen sich schon auf die angekündigte Verfilmung von "Tim und Struppi", an der Sie zusammen mit Steven Spielberg arbeiten. Was können Sie uns darüber erzählen?
Sie müssen wissen, ich bin ein Riesenfan von "Tim und Struppi". Ich bin mit "Tim und Struppi" aufgewachsen. Ganz Neuseeland ist wie besessen davon. Für mich waren es die ersten Bücher, die ich je gelesen habe. Wir haben den Film mit Motion Capture gedreht, so wie wir es mit Gollum und King Kong gemacht haben. Andy Serkis spielt Kapitän Haddock, Jamie Bell ist Tim, Simon Pegg und Nick Frost sind Schulze und Schultze, und Daniel Craig ist Rackham der Rote. Die Dreharbeiten waren genau wie bei jedem anderen Film, nur haben wir ihre Performance mit dem Computer minutiös aufgezeichnet. Jetzt arbeiten wir gerade an einem Look, der den Zeichnungen von Hergé absolut treu bleibt. Und zwar nicht nur die Figuren, auch die Autos und alle Details. Alles ist identisch zu den Comics, nur dass wir die Charaktere mit wunderbaren Schauspielern zum Leben erwecken.
Ihr jüngster Film, "In meinem Himmel", handelt vom Leben nach dem Tode. Glauben Sie daran?
Ich bin mir nicht sicher. Der Roman hat mich sehr angesprochen, weil ich Menschen verloren hatte, die mir sehr nahestanden. Ich wollte mit dem Film keine philosophische oder religiöse Aussage machen, weder dafür noch dagegen. Wir wollten uns auch keine Vision eines tatsächlichen Lebens nach dem Tode anmaßen. Ich bin für alles offen. Aber ich glaube an eine spirituelle Energie. Ob es ein Leben nach dem Tode gibt? Die Antwort wird eines Tages jeder von uns herausfinden.
In meinem Himmel (USA 2009;R: Peter Jackson; D: Saoirse Ronan, Mark Wahlberg, Rachel Weisz; 18.02.)
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