Zack & Miri make a Porno
"Porn is Mainstream like Coca-Cola and Pepsi...with Dicks!"
19.08.2009, 17:40, Text:
Florian Reinacher
Erfinder des Filmerfolgs "Clerks" meldet sich mit einer heiteren Liebeskomödie zurück und punktet mit ungewöhnlicher Besetzung.
Obwohl der Titel des neuesten Films aus der Feder des Clerks-Erfinders Kevin Smith zunächst recht unzweideutige Vorstellungen beflügelt, handelt es sich bei "Zack & Miri make a Porno" wie zu erwarten, um eine heitere Liebeskomödie. Räubert diese zu Beginn noch treffsicher durch die Klassikermotive des Hollywoodkinos, verliert der Streifen jedoch ab der Hälfte spürbar an Fahrt und zeigt zu allem Überfluss auch noch die Geburt des Spießertums aus der Salonfähigkeit des Pornofilms.
Mit liebenswerter Nonchalance und von notorischer Geldnot gepeinigt, mogeln sich die beiden Freunde Zack & Miri (Seth Rogen/Elisabeth Banks) mehr schlecht als recht durchs Leben. Als den beiden in einer vereisten Winternacht in ihrer Pittsburgher Low-End-WG schließlich der Saft abgedreht wird, kommt es zu einer folgenschweren Entscheidung: Zack und Miri beschließen einen Porno zu drehen, um mit dem Erlös ihre Schulden zu begleichen.
Natürlich haben die beiden in alter Screwball-Manier mit allerhand organisatorischen, personellen und technischen Querellen zu kämpfen, die ausreichend Stoff hergeben für einige gute Lacher. Als es dann aber darum geht, dass Zack und Miri selbst vor die Kamera müssen, beginnt die Sache nicht nur für die beiden Protagonisten problematisch zu werden.
Was bei Smiths erstem Filmerfolg "Clerks" noch als unterhaltsame, weil anarchistische Figurenkonstellation zwischen dem lamoyanten Kioskangestellten Dante und dem verantwortungslosen Video-Nerd Randal auf dialogischer Ebene bestens funktionierte, wird bei "Zack & Miri" leider zum zwangsverodneten Dauerkalauer herabgewürdigt. Schließlich mündet diese neueste Version einer Geschichte um zwei liebenswerte Trottel, die mental noch immer in der Highschool stecken, in den Gemeinplatz, dass uns Sex oft mehr bedeutet, als wir gerne zugeben. Die Verquickung von Mainstream und Porno bleibt auch bei Smith immer Mainstream.
Immerhin konnte Smith mit der Besetzung Punkten. Neben der Erotiknewcomerin Katie Morgan (Sex Trek: Where No Man Has Cum B4) spielt nämlich die Pornoikone Tracy Lords (The Grafenberg Spot; New Wave Hookers) mit, die einst als noch minderjährige Darstellerin zum Grund für eine Welle der Zensur im amerikanischen Pornomarkt wurde. Bei Smith heißt sie "Bubbles" und hat Spaß an Seifenblasen.
Zack & Miri make a Porno
USA 2008
R: Kevin Smith; D:: Seth Rogen; Elisabth Banks; Jason Mewes; Katie Morgan; Tracy Lords; Jeff Anderson 13.08.
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