Old Joy
USA 2006
27.10.2008, 14:13, Text:
Paula Fuchs
Noch rechtzeitig zur US-Präsidentschaftswahl 2008 schafft es "Old Joy" in die deutschen Kinos.
Der mit Will Oldham zu einem Drittel prominent besetzte Film nahm nach Aussage von Regisseurin Kelly Reichardt seinen Ursprung schon zur Zeit der Election vor vier Jahren. Die amerikanische Linke befand sich in tiefer Depression, da fiel Reichardt eine Kurzgeschichte in die Hände, worin zwei alte Freunde, deren Biografien seit den Sixties einen unterschiedlichen Verlauf genommen haben, zu einem Wochenende in die Wälder von Portland, Oregon aufbrechen. Übers Radio und in den Erinnerungen der beiden ans Goldene Zeitalter tritt die (politische) Gegenkultur als allgegenwärtiger Problembär auf. Und obwohl die Gespräche der Protagonisten so schön auf dem Boden bleiben, über den sie stapfen, erreichen die versunken genuschelten Erkenntnisse allegorische Schärfe.
So erklärt Oldham als Kurt seinem alten Buddy Mark (Daniel London), dass es eigentlich keinen Unterscheid mehr zwischen der Stadt und der Natur gebe: Wo doch Bäume in der Stadt stünden und eine Menge Müll im Wald zu finden sei. Während Marks schwangere Frau (Tanya Smith) auf dessen Rückkehr wartet, werden die Jungs zu poetischen Figuren der Alternativlosigkeit.
Old Joy
USA 2006
R: Kelly Reichardt; D: Will Oldham, Daniel London, Tanya Smith; 23.10.
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