Pandora's Tower
Schnitzeljagd
22.05.2012, 16:01, Text:
Jan Bojaryn
Wenn normales Fleisch nicht mehr weiterhilft, muss Meisterfleisch her. Das erfährt Vegetarierin Pandora schmerzhaft, als sie zur schleichenden Verwandlung in ein violett pulsierendes Ungeheuer verdammt wird. Um den Fluch zu brechen, muss sie Brocken aus den Leibern 13 ganz bestimmter Endgegner verzehren.
Irgendwo in der Geschichte von »Pandora’s Tower« versteckt sich eine geistreiche Metapher auf die Unmöglichkeit eines Lebens in Unschuld. Aber wofür steht dann die lange Kette von Söldner Aeron, mit der er Widersachern Wertsachen und Körperteile entreißt? Für taktische Kämpfe statt Buttonmashing. Mit Schwert und Fleischangel erkundet Aeron 13 Türme, und wenn er nicht schnell genug vorankommt, kann er sich den Heimweg zur Geliebten sparen. So kommt ungewohnte Dringlichkeit in das altmodische Action-Rollenspiel.
Die Zeitleiste schrumpft. Stupides Dauerschlachten wird endlich einmal nicht belohnt. Der Stress wird nur durch langweilige Dialoge zwischen den Kampfeinsätzen unterbrochen, die mit ihrer Geschwätzigkeit dann richtig guttun.
»Pandora’s Tower« für Wii (Nintendo)
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