To The Moon
Ich hab nur Zwiebeln geschnitten
10.01.2012, 15:36, Text:
Jan Bojaryn
Jeder von uns bricht zusammen, wenn er auf das erste Stofftier angesprochen wird. Warum hüten wir zernagte, stinkende Textilruinen? Spieler, die sich mit derselben bedingungslosen Liebe an das Super NES ihrer Kindheit erinnern, werden im Angesicht von »To The Moon« schmelzen, kraftlos im Stuhl zusammensinken.
Für den Rest der Welt ist das Adventure, das aussieht wie ein Rollenspiel von vor 25 Jahren, zuerst nur eine Kuriosität. Ein alter Mann wird bald sterben. Ein Zweierteam reist durch seine Lebensgeschichte, um ihm auf den letzten Drücker zu suggerieren, er sei in Wirklichkeit Astronaut geworden und zum Mond geflogen. Die Story wird eher durchquert, als dass man sie je wirklich beeinflussen könnte; darüber täuschen auch die kleinen Minispiele rund um das Science-Fiction-Konzept begehbarer Erinnerungen nicht hinweg.
Aber an der entwaffnenden Offenheit, mit der »To The Moon« den weichen menschlichen Kern aus Ängsten und Träumen untersucht, führt kein Weg vorbei. Was soll ich mich über den träge reagierenden Mauszeiger ärgern? Ich ringe um Fassung, vor mir liegt aufgeschlagen ein Mensch als Bilderbuch. Ich spiele ein Videospiel.
»To The Moon« für PC (http://freebirdgames.com)
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