Der Mehr-DS
Pixel sind nicht alles
23.02.2010, 12:18, Text:
Felix Scharlau
Der japanische Branchenriese sieht sich mittelfristig wohl auch am eBook-Markt die Cash-Cow melken. Warum auch nicht? Schließlich hat man mit dem DS schon 2005 ein aufklappbares Lese-Gerät mit zwei Bildschirmen am Markt positionieren können.
Wenn es eine Videospielfirma zuletzt verstand, sich mit Lern- und Intelligenzspielen auch bei einer älteren Zielgruppe beliebt zu machen, dann Nintendo. Ein neuer DS mit größerem Display und größerem Stift-Stylus überrascht da kaum – ist aber nur die halbe Begründung. Denn wer zuletzt Nintendos plötzliches Interesse an Literaturmessen verfolgte, dem schwante bereits: Der japanische Branchenriese sieht sich mittelfristig wohl auch am eBook-Markt die Cash-Cow melken. Warum auch nicht? Schließlich hat man mit dem DS schon 2005 ein aufklappbares Lese-Gerät mit zwei Bildschirmen am Markt positionieren können, das sich mittlerweile über 125 Millionen Mal verkauft hat. DSi XL, wie das neue Gerät hierzulande heißt, ist vor diesem Hintergrund auch ein Schritt in die Zukunft eines eBook-Readers. Fast ums Doppelte vergrößert wurde das Display im Vergleich zum DSi.
Aufgrund der Abwärtskompatibilität der Spiele allerdings bei gleichbleibender Auflösung, was zu einer latenten Verpixelung führt – logisch. Wer aber als Erwachsener jemals Hand-Krämpfe beim Spielen des kleinen DSi bekam, weiß: Bildqualität ist nicht alles. Bleibt unterm Strich: nicht zwingend, aber bequemer. Nicht Kindle mit augenschonender E-Ink, aber gut lesbar bei kürzeren Texten. Und die Frage, wie massiv Nintendo eBook-Konkurrenz unter Druck setzen will und kann. Die nächsten Monate werden es zeigen.
DSi XL für ca. EUR 180 (Nintendo)
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