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Borderlands

Für die niederen Instinkte

24.11.2009, 16:49, Text: Jan Bojaryn

"Borderlands" ist ein Rollenspiel, das aus einem Shooter herauswächst. Das Konzept ist nicht neu, aber es ist hier fachmännisch umgesetzt.

Worum es hier eigentlich geht, versteht man nach 20 Minuten. Gerade ist man als Glücksritter in der ersten Siedlung angekommen und gleich wieder fortgeschickt worden, um "Skags" umzubringen. Schon steht man mitten im Nirgendwo, von allen Seiten stürzen die Reptilienhunde heran, und man ballert sich durch zentnerweise Fleisch.


Ab da ändert sich das Spiel nur noch im Detail: mit welchen Waffen man schießt, wer heranstürzt und wo man in der Wüste steht. "Borderlands" ist ein puristisches Spiel. Es appelliert sehr erfolgreich an die niedersten Instinkte. Statt kluger Gegner gibt es Horden davon, und fast alle kommen schreiend oder grunzend näher. Über die Monotonie kann man sich kaum ärgern. Meist hat man zu viel zu tun. Außerhalb dieses simplen Kerns hat "Borderlands" aber viele Gründe, immer weiter gespielt zu werden. Ständig ist man auf der Suche nach besseren Waffen, von denen es Hunderttausende zufällig generierte gibt. Immer wieder ist man kurz vor dem Level-Aufstieg. Fast jede Aufgabe ist eine schnell erledigte Kleinigkeit. Und wenn drei Freunde zum Koop-Spiel online dabei sind, erledigt man die bereits abgehakten Missionen eben noch einmal.


"Borderlands" ist ein Rollenspiel, das aus einem Shooter herauswächst. Die vier Charakterklassen ballern alle ein wenig anders. Das Konzept ist nicht neu, aber es ist hier fachmännisch umgesetzt. Der stetige Fortschritt macht es fast unmöglich, stehen zu bleiben. Irgendwann tut man es doch, weil man sich fragt, woher das Jaulen kommt. Und dann, während in der Abenddämmerung ein "Badass Fire Skag" näher kommt, bemerkt man die Musik: blechernes Heulen und Murmeln. Die fremdartige Stimmung bleibt haften. Und sie wird auch optisch unterstrichen. Wie ein aufwendiges Comicbuch sieht die Welt aus. Das Spiel hat zwar keine nennenswerte Geschichte zu erzählen, der Planet Pandora ist aber auch ohne lebendig genug. Was die Wüste in diesem abgehangenen Western als Nächstes ausspuckt, ist nie ganz sicher. Wahrscheinlich aber wird es schreiend heranstürzen.

Borderlands für PS3, Xbox 360 und PC (2K)



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aus Intro #178 (Dezember 2009/Januar 2010)

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