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Colin McRae Dirt2

Spaß am Rennen oder Reifendruck im Zwischenmenü

15.09.2009, 16:50, Text: Gregor Wildermann

Über Jahre gab es beinahe nur ein Ziel: Videospiele sollten immer realistischer werden. Das hieß in erster Linie: bessere Auflösung und mehr Pixel gleich besseres Bild. Das Ziel scheint jetzt erfüllt.

Wer 2009 wichtige Rennspiele vergangener Tage wie „Sega Rally” (1995) oder „Gran Turismo” (1997) mit aktuellen Spielen vergleicht, wird kaum noch offene Wünsche formulieren können. Vom Dreckspritzer bis zur Tachonadel scheint jedes kleinste Detail bedacht worden zu sein.


Aber geht es bei einem Rennspiel abseits der Grafik nicht eigentlich ums das Gefühl für das Auto, die Kurven, die Geschwindigkeit? Auf der Jagd nach besserer Grafik wurde über Jahre die Suche nach einem realistischen Fahrgefühl vernachlässigt. Noch heute gibt es Simulationen, bei denen unsichtbare Schienen das Fahrzeug automatisch zu führen scheinen. Titel des englischen Publishers Codemasters zeichnen sich dagegen schon länger durch eine Fahrphysik aus, die dem realen Renngefühl extrem nahekommt und sich trotzdem noch die Freiheit nimmt, der Fantasie eines Videospiels Raum zu lassen. Denn das Genre an sich hat ein Problem: Immer mehr Casual-Gamer schütteln über langwierige Tuning-Einstellungen und die verkniffene Jagd nach Sekundenbruchteilen einer Rennrunde nur ablehnend den Kopf. Und allein deswegen war „Colin McRae Dirt” im letzten Jahr das vielleicht beste Rennspiel, denn es verband Entertainment mit genau so viel Realismus, wie es auch passionierte Rennfans erwarteten.




Bei der Fortsetzung setzt Codemasters nun vor allem auf einen Mix exotischer Locations, die sich über den ganzen Globus erstrecken: Dazu gehören Rennen bei den X-Games im Los Angeles Sports Stadium, „Creek Trailblazer”-Veranstaltungen in den Canyons in Utah, der „Rawang Rally Run” durch den Regenwald in Malaysia oder ein Kopf-an-Kopf-Rennen durch die Battersea Power Station in London. In den Fokus rücken dabei auch Fahrer wie Ken Block, Travis Pastana oder Dave Mirra, die alle aus unterschiedlichen Motorsportarten kommen und zwischen Sport und Unterhaltung keinen Gegensatz sehen. Penible Schraubendreher und Sekundenfanatiker sollten also überlegen, was wirklich zählt: der Spaß am Rennen oder der Reifendruck im Zwischenmenü.

Colin McRae Dirt2
für Xbox 360, PS3, PC (Codemasters)



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